Orientierung für den Berufsweg gefunden

Die junge Elsterbergerin Alina Oltzscher hat im Kinderhaus in Reichenbach gearbeitet. Das brachte sie weiter.

Reichenbach/Elsterberg.

Alina Oltzscher fand durch ihre Tätigkeit im Reichenbacher Montessori-Kinderhaus Unterstützung bei der Entscheidung zu ihrer beruflichen Zukunft. Im Oktober hat sie ihr Studium der Heilpädagogik in Nordhausen aufgenommen. Durch den Bundesfreiwilligendienst (BFD) hat sie die dafür erforderlichen drei Praktikumsmonate bereits abgehakt. "Außerdem kann ich das neue, theoretische Wissen gleich mit meinen Erfahrungen verknüpfen."

Nachdem Alina Oltzscher im Sommer 2019 ihr Abitur ablegte, musste auch sie sich der Frage stellen, vor der alle Jugendlichen einmal stehen: Und jetzt? Sie wusste, dass sie gerne studieren würde, aber konnte sich nicht für einen Studiengang entscheiden. Erst hatte sie die Idee, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Schnell musste die Elsterbergerin feststellen, dass solche Aufenthalte oft sehr teuer sind. Als sie dann auf den Verein Weitwinkel stieß, freundete sie sich mit der Idee an, sich für ein Jahr in der Region zu engagieren.

Bei dem in Zwickau ansässigen Verein ist der Name Programm: ",Weitwinkel' steht dafür, seine Perspektive zu ändern und offen zu sein", erklärt dessen Geschäftsführerin Silke Rottgardt. Der Verein vermittelt seit 15 Jahren Freiwillige an Einrichtungen zwischen Altenburg, Plauen und dem Erzgebirgskreis. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Altenheime, Kindergärten, Einrichtungen für Behinderte, Tierheime und Kulturstätten - sie alle können Hilfe gebrauchen.

Auch in Reichenbach gibt es noch einige freie Stellen. "Dabei ist Engagement jetzt besonders wichtig. Die Freiwilligen merken, dass sie gebraucht werden und wie wichtig Zusammenarbeit ist", sagt Silke Rottgardt.

Durch "Weitwinkel" stieß Alina Oltzscher auf das Kinderhaus in Reichenbach und beschloss, dort einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Die Vorteile lagen für sie auf der Hand: Sie konnte ihre Interessen in Sozialpädagogik vertiefen, und der Fahrtweg war nicht allzu lang. Sie konnte weiter zuhause wohnen. In der Zeit, die sie in Reichenbach verbrachte, konnte sie alle drei Bereiche des Kinderhauses, die Krippe, die Kita sowie die Heilpädagogische Gruppe, kennenlernen. Spaß machte ihr vor allem die Arbeit in der Krippe: "Es ist schön, die Entwicklung der Kinder mitzuerleben. Ich konnte sehen, wie sie laufen und sprechen lernten und sie dabei fördern." Es war eine äußerst anspruchsvolle Zeit. Von ihrem Schulalltag ist sie in eine 40-Stunden-Woche gewechselt, bei der die Arbeit körperlich und psychisch anstrengend war. Vor allem an den Geräuschpegel in einer Gruppe von 20 Krippenkindern musste sie sich erst gewöhnen: "Während des Mittagsschlafes habe auch ich Kraft für den Nachmittag getankt."

Während ihres BFD stehen den Jugendlichen Sozialpädagogen wie Silke Rottgardt als Ansprechpartner zur Seite. Um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihren Freiwilligendienst zu bereichern, organisiert der Verein "Weitwinkel" Seminare, die sich mit sozial-politischen Themen auseinandersetzen. Alina Oltzscher hat unter anderem an einem Erste Hilfe-Kurs sowie einem Upcycling-Workshop teilgenommen, ein Gespräch mit einer Psychologin geführt und das Hospiz in Werdau besucht. Auch die Lebenshilfe Reichenbach hat ihr neue Einblicke ermöglicht: "Die Einrichtungen sind gut miteinander vernetzt und so konnte ich auch Ergotherapeuten und Logopäden kennenlernen."

Die Lebenshilfe bietet in ihren Einrichtungen den Bundesfreiwilligendienst an. Auch, wenn es oft schwerfalle, geeignete Freiwillige zu finden, ist Marlies Grimm, Geschäftsführender Vorstand, das sehr wichtig: "Die Freiwilligen sollen unsere Arbeit kennenlernen und auch wertschätzen. Wir wollen ihnen neue Sichtweisen ermöglichen, besonders im Hinblick auf Arbeit mit Behinderten." Das Angebot nehmen nicht nur Jugendliche, sondern auch ältere Menschen an: "Manchmal hat sich daraus sogar eine Festanstellung entwickelt."

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