Pop-up-Shopping, Musik, Magie: "So kommt Leben in die Stadt"

In mehr als 20 Läden auf Zeit war bis gestern Abend Einräumen angesagt. Heute und morgen öffnet das Kaufhaus Reichenbach wieder - auch mit tollen Mitmach-Angeboten von B wie Bürstenmachen bis Z wie Zigarrenherstellung.

Reichenbach.

Die Stadt braucht sich hinter Plauen nicht zu verstecken. "Hier ist auch viel los. Wenn Pop-up-Zeit ist, erst recht. Was Ralf Schaller angestoßen hat, ist cool. So kommt Leben in die Stadt", sagt Steffen Unger. Der Organisator der ersten Open-Stage-Veranstaltung im September in Reichenbach ist jetzt selbst Akteur beim vierten Pop-up, das heute und morgen Reichenbach in ein Kaufhaus mit Erlebnischarakter verwandelt: Heute, 19 Uhr öffnet Ungers offene Bühne im historischen Marktkeller - acht Leute machen dort Musik, lesen eigene Texte, auch Comedy soll's geben.

Steffen Unger hat bis gestern Abend den Keller auf Vordermann gebracht und von der Tontechnik bis zum Kochtopf alles eingeräumt - auch in anderen Pop-ups lief die Vorbereitung auf Hochtouren. Mehr als 20 Läden auf Zeit öffnen neben Bestandshändlern der Innenstadt zum Pop-up-Shopping, einige haben zudem Mitmach-Angebote in petto - von B wie Bürstenmachen bis Z wie Zigarrenherstellung. Beim Drehen der dicken Dinger mit den kubanischen Wurzeln hilft Pop-up-Dauerbrenner Lazaro Javier Herrera Cabrera von der Zigarrenmanufaktur Dresden. Erstmals dabei sind die Stützengrüner Bürstenmacher Ulrich Hochmuth und Wolfgang Schreiter, die an der Zenkergasse Bürsten aller Art anbieten. Beide gehören zu nur noch wenigen Vertretern ihrer Zunft und lassen die Pop-up-Gäste an einer historischen Maschine Bürsten drehen. "Wie das geht, weiß doch keiner mehr."

Solche Angebote sind für Pop-up-Initiator Ralf Schaller das Salz in der Suppe - die es tatsächlich morgen im Pop-up Petersilie aus der Küche von Meisterkoch Sven Peters gibt. "Man muss sich halt einfach überraschen lassen", rät der Unternehmer, der morgen wie schon beim Dezember-Pop-up mit David Bauerfeind aus Bayreuth für magische Momente sorgt. Der Illusionist hatte damals mit unglaublichen Tricks fasziniert und dürfte diesmal in "Connys Bar" (auch mit Ausschank im neuen Event-Garten gegenüber) oder auch abends bei der Club-30-Tour im Neuberinhaus verblüffen.

Diese Mischung von Einkauf und Erlebnis bringt immer mehr Eigengewächse auf den Pop-up-Geschmack. Etwa nach Lions-Club (Second-Hand), Petersilie, Schettler-Designmöbel oder Partyfuchs Particke öffnet heute Geschäftsfrau Melanie Kober ihren ersten Store - unter anderem mit Schulstart-Zubehör, das es sonst erst viel später gibt. "Viele wollen das Thema Schulanfang vor Weihnachten vom Tisch. Deshalb habe ich bei den Herstellern Druck gemacht", sagt die Reichenbacherin, die mit ihren Eltern Paper-Stores in Reichenbach, Zwickau und Lichtentanne betreibt. Und die Pop-up-Initiative? "Toll, aber der Kunde entscheidet letztlich, wie eine Innenstadt aussieht. Ich bin optimistisch."

Einziger Pop-up-Wermutstropfen: Der Seiffener Spielwarenmacher Tino Günther hat krankheitsbedingt absagen müssen.

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