Portal-Idee: So etwas wie Amazon fürs Vogtland

Das Online-Projekt soll Händler und Käufer zusammenbringen und eine "langfristige Überlebensgarantie" eröffnen.

Plauen.

Manche Geschäftsleute kommen nach der coronabedingten Schließung ihrer Lokale und Läden einigermaßen klar, andere sind am Verzweifeln. Doch im Schatten der Coronakrise ist in Plauen ein Projekt entstanden, das bereits wächst und erhebliches Potenzial bietet. "Es könnte eine regionale Alternative zu Amazon werden", meint der Plauener CDU-Stadtrat Tobias Kämpf. Vorausgesetzt, es wird forciert und mit einer professionellen Marketing-Kampagne begleitet. Im April 2020 ging das digitale Branchenportal in-plauen.de an den Start, gemeinsam initiiert von der Stadt und dem Dachverband Stadtmarketing Plauen und umgesetzt von der hiesigen Firma Pupit. Es ist simpel aufgebaut: Auf einer Karte sind Angebote für Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Dienstleistung und Lieferdienste aufgelistet. Beim Anklicken gibt's Infos und Kontaktdaten.

Mit dem zweiten Lockdown Ende 2020 ist das Projekt in die zweite Phase eingetreten. Jetzt gibt es unter lieferdienste.in-plauen.de eine Homepage, auf der sich inzwischen rund 60 Unternehmen präsentieren. "Gerade die Valentinstagaktion hat nochmal für großes Interesse gesorgt", sagt Plauens Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger. Von Nutzerseite gebe es Lob, weil sich über die Plattform neue Kunden ansprechen lassen. Und noch etwas hebt Sorger hervor: "Bei den Anbietern entwickelt sich auch zunehmend ein Teamgeist." Der Wunsch, Plauen in seiner Vielfalt zu zeigen, eine die Partner und führe zu weiteren Empfehlungen.

Für die Plauener CDU ist da noch mehr drin. Die Stadtratsfraktion schlägt vor, das Projekt mit städtischen Mitteln aufzupeppen und als "langfristige Überlebensgarantie" der Geschäfte zu etablieren. In den von Tobias Kämpf und Fraktionschef Jörg Schmidt präsentierten Vorschlägen für den Stadthaushalt sollen 32.500 Euro in diesem und 12.000 Euro im nächsten Jahr fließen, um den regionalen Online-Marktplatz zu stärken. Stattdessen soll Plauen den Erwerb eines Kassenautomaten fürs Pass- und Meldewesen verschieben. Der koste 80.000 Euro und bringe keine Ersparnis. "Dafür haben wir jetzt wenig Verständnis", meint Tobias Kämpf.

Ihm schwebt nach dem Aufbau des Portals in Plauen eine Struktur für den gesamten Vogtlandkreis vor. So könnten unter einem gemeinsamen Dach auch Händler in den anderen Ecken der Region mitmischen: in-reichenbach.de, in-auerbach.de, in-oelsnitz.de ...

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