Reichenbacher wollen Fluchtursachen bekämpfen

Susann Seidel und Tobias Schenker reisen kommende Woche nach Afrika. Sie werden die Möglichkeiten für ein Hilfsprojekt sondieren. Allein können sie es jedoch nicht stemmen.

Reichenbach.

Susann Seidel und Tobias Schenker sind für den Verein CVJM - Die Fabrik in Reichenbach aktiv. Sie wollen zusammen mit der Partnerorganisation Firm Lifeline Ministries (FLM) in Ghana ein Projekt entwickeln, das Fluchtursachen bekämpft und das Leben nachhaltig beeinflusst. Kommenden Montag reisen sie mit einer kleinen Gruppe nach Ghana und treffen sich mit Daniel Ayembilla von FLM.

Wer als freiwilliger Helfer in Ghana war, kennt den einflussreichen Aktivposten, der 230 Schulen und andere Einrichtungen betreibt und sich für eine duale Ausbildung ähnlich der in Deutschland einsetzt. Susann Seidel erklärt das Anliegen: "Anders als die meisten Entsendeorganisationen wollen wir Fachkräfte nach Ghana schicken, Pädagogen nach erfolgreichem Studium, Handwerker und alle, die auf einem bestimmten Gebiet helfen und Anleitung geben können, zum Beispiel beim Brunnenbau." Sie und auch Tobias Schenker, beide in pädagogischen Berufen tätig, waren bereits vor Ort und kennen die Lage. Jetzt wollen sie sondieren, welche Aktionen der Reihe nach möglich sind.

Ein Aspekt ist die Hilfe in Schulen und Waisenhäusern, die bereits bestehen oder neu gebaut werden. Für die Schüler ist unter anderem Nachhilfe gefragt, für Lehrkräfte Weiterbildungen. Auch Ferienfreizeiten sind möglich. In wirtschaftlicher Hinsicht soll es Workshops für die Existenzgründung geben, damit sich Menschen aus Ghana eine eigene Lebensgrundlage sichern können. Susann Seidel: "Von unserer Hilfe sollen beide profitieren, die Menschen in Ghana und die Helfenden. Wir wollen den Menschen etwas beibringen und bekommen auch ganz viel zurück." Sie sucht Paten für Kinder in Ghana und stellt sich vor, dass Menschen nicht nur Geld überweisen, sondern ihr Patenkind auch vor Ort treffen.

Für die Projekte wird Geld benötigt. Die Akteure des CVJM wollen Spenden zu sammeln und Produkte aus Ghana verkaufen, da es nie eine 100-prozentige Förderung gibt. Der Hilfsaufenthalt ist nicht zwingend an einen längeren Zeitraum gebunden. Tobias Schenker: "Es sind auch zwei Wochen oder drei Monate möglich. Wir wollen perspektivisch Reisen jenseits touristischer Pfade zusammenzustellen, denn Ghana hat auch als Land unheimlich viel zu bieten, zum Beispiel Safariparks, eine Krokodilfarm mit zahmen Krokodilen, die Region um den Volta-staussee, Flussfahrten, Begegnungen mit Nilpferden und vieles mehr." Die Übernachtung erfolge bei Familien. Er werde oft gefragt, wie die Lage in Ghana sei. "Viele halten uns für verrückt, aber wir haben uns immer sicher gefühlt und hatten immer einen Ansprechpartner. In Ghana leben zwölf Prozent Muslime und über 60 Prozent Christen, die wunderbar miteinander auskommen." Da viele Dinge vor Ort erhältlich sind, werden kaum Sachspenden benötigt. Susann Seidel: "Wir wollen den Menschen nicht ihre Existenzgrundlage wegnehmen, indem wir zum Beispiel Schuhe oder Kleidung nach Ghana bringen, wo es billige Stoffe und preiswerte Näherinnen gibt." Manchmal sind es kleine Dinge, die Freude machen, Bleistifte oder Fußbälle, die aufgepumpt werden müssen - wegen des Transports. Für letzteres gibt es noch freie Kapazitäten im Reisegepäck.

Am 30. August um 19.30 Uhr wollen Susann und Tobias in der St. Michaelis-Kirche (Versöhnungskirche) in Plauen von ihrer Reise und den geplanten Aktionen berichten. Wer sich für das Projekt und das Land interessiert, kann sich den Termin vormerken.

Kontakt per E-Mail über die Adresse tomorrow4ghana@gmail.com, per Telefon über 0173 1532314 (Tobias Schenker) und 0152 22823494 (Susann Seidel).

www.tomorrow4ghana.de

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