Rekorde purzeln beim Berufemarkt

Die Veranstaltung in Reichenbach zeigte: Bei der Azubi-Suche sind gute Noten für die Unternehmen nicht alles. Doch worauf kommt es an?

Reichenbach.

Der Berufsorientierungsmarkt in Reichenbach, der am Mittwoch seine 17. Auflage erlebte, ist ein Hit. Den ganzen Tag über kamen, teils mit Shuttlebussen, Schüler aus Oberschulen und Gymnasien der Region, um mehr über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu erfahren. Insgesamt wurden 2523 Besucher gezählt. Das ist Rekord. Und nicht der einzige an diesen Tag. In und an der Turnhalle Cunsdorfer Straße präsentierten sich 113 Unternehmen und Einrichtungen. "So viele wie noch nie", freute sich Ulf During von der SAQ-Niederlassung Reichenbach, die mit der Stadtverwaltung die Messe organisiert.

"Eine Drei oder Vier in Mathe ist kein K.-o.-Kriterium. Wir wollen auch sehen, wie jemand arbeiten kann", sagte Thomas Müller, Ausbildungsverantwortlicher bei Orba Lift Reichenbach, wo Mechatroniker ausgebildet werden. Im eben begonnenen 1. Lehrjahr hat Orba Lift drei Azubis. "Sie haben vorher bei uns bei Praktika und Ferienarbeit reingeschnuppert. Das ist für beide Seiten von Vorteil", so Müller. Aufzüge im Wohnungsbau, Homelifte und Lastenaufzüge in der Industrie bieten ein breites Betätigungsfeld.


Fünf neue Azubis zählt im neuen Lehrjahr die Fa. Datec aus Heinsdorfergrund samt den Niederlassungen in Dresden, Leipzig und Erfurt. Ausgebildet werden, wie Katrin Luckner erklärt, Industrie- und IT-Systemkaufleute, IT-Systemelektroniker und Fachinformatiker. Der Fokus liegt auf der Unterstützung von Unternehmen bei der Digitalisierung, inklusive Softwareanpassung.

Einer von 15 Neulingen unter langjährig vertretenen Firmen wie Sys-Tec, Zwav, Erfal, Vowalon, C. H. Müller, Comcard, Goldbeck, Kobra, Mahle, Fissek, Vogtland-Kartonagen oder Weidplas war die Fa. Seidel Heizung & Bad aus Reichenbach. Sie bildet Anlagen-Mechaniker aus. "Wir brauchen Leute, deshalb sind wir jetzt hier präsent", erklärte Heiko Kreuzberg. Die ab 2020 gültige Azubi-Mindestvergütung von 515 Euro im Monat überbietet die Firma locker: Mit 800 Euro geht es im 1. Lehrjahr los. Die Schüler konnten am Stand Handyhalter aus Kupferrohrstücken bauen. Die Telefonnummer fürs Praktikum gab es gleich dazu.

Der eben erschienene, 140 Seiten starke Ausbildungskatalog des Vogtlandkreises 2019/2020 war beim Berufsorientierungsmarkt indes nicht zu haben. Er wird ab dem heutigen Donnerstag in den Schulen verteilt, soll laut Mitteilung vom Dienstag aber auch auf regionalen Ausbildungsmessen erhältlich sein. Aus der Pressestelle hieß es dazu auf Anfrage, man wolle die "Idee aufgreifen und eine Auslage auf der Reichenbacher Bildungsmesse anregen".

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