Reuther ist für Pflegekosten-Petition auf Achse

Unterschriften-Sammler Johannes Jakob lässt auch nach seiner Aktion im "Wohnen am Park" nicht locker

Reuth.

Die jetzt auf Initiative aus Sachsen vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt deutschlandweit gestartete Petition zur Begrenzung des Eigenanteils bei der stationären Pflege hat im Vogtland einen besonders aktiven Unterstützer. Johannes Jakob aus Reuth ist ausgerüstet mit einem Petitions-Info-Blatt und Unterschriftenlisten unterwegs, um der Initiative zum Erfolg zu verhelfen. "Ich lege die Listen überall aus, wo es geht und spreche die Leute auch direkt auf die Problematik an. Die Resonanz ist groß und positiv. Hier muss sich dringend etwas tun. Die Politik in Berlin muss reagieren", sagt der Mann, der jüngst mit einer öffentlich gemachten Unterschriftenaktion im Awo-Pflegeheim "Wohnen am Park" in Reichenbach für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Auf seine mit den Unterschriften von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen an Pflegekassen und Behörden verschickte Forderung nach einer Deckelung des Eigenanteils bei steigenden Pflegekosten hin hat Johannes Jakob derweil einige Antworten bekommen. Tenor: Die Politik ist gefragt. Eine Reaktion des Bundesgesundheitsministeriums allerdings blieb aus. "Wir müssen sie angesichts dieser Ungerechtigkeit zum Handeln zwingen, ich lasse nicht locker", sagt der Initiator.

Und dafür ist er mit den neuen Listen unterwegs. Damit die Petition im Petitionsausschuss des Bundestages behandelt wird, braucht sie bundesweit mindestens 50.000 Unterschriften. Gefordert wird, "dass die Pflegeversicherung das finanzielle Risiko für die Menschen bei Pflegebedürftigkeit verlässlich absichert", heißt es im Petitionstext. Dazu sei es unerlässlich, die wie fürs "Wohnen am Park" zuletzt drastisch gestiegenen Eigenanteile an erhöhten Pflegekosten in der Höhe zu begrenzen. Diese müssten von den Pflegekassen getragen werden - was bisher aufgrund gesetzlich festgeschriebener Leistungsbeträge nicht möglich ist. So hatte die Reichenbacher Awo zur Refinanzierung gestiegener Lohnkosten die Bedürftigen beziehungsweise indirekt über steigende Sozialhilfeanteile die kommunalen Haushalte zur Kasse bitten müssen. (gem)

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