Rot, saftig, süß: Erdbeerernte im Vogtland früher als erwartet

Vor zwei Monaten sah es so aus, als ob dieses Jahr überhaupt nichts wachsen würde. Jetzt scheint die Natur zur Überraschung der Landwirte zu eilen. Die ersten Erdbeeren können schon diese Woche gepflückt werden.

Reichenbach/Plauen.

Alle Erdbeerpflanzen sahen Ende März mehr oder weniger braun aus. Etliche Blätter hatte der Kahlfrost dahingerafft. Heute, acht Wochen später, öffnet der größte Erdbeer-Anbauer im Vogtland, die Familie Funck mit Firmensitz in Hirschfeld, die ersten Felder. "Rotschau öffnet Mittwoch früh 8 Uhr, Obermylau am Nachmittag. Pirk hat bereits geöffnet", kündigt Firmenchefin Claudia Funck den Start in die Erdbeersaison 2018 im Vogtland an.

Ein Start der Erdbeerernte schon im Mai sei ungewöhnlich. "Das ist früher als der langjährige Durchschnitt und noch viel früher, als ich das aus meiner Kindheit kenne. Da begann die Erdbeerernte traditionell am 22. Juni."

Funcks und ihre Mitstreiter konnten das Tempo, das die Natur in diesem Frühjahr vorgab, kaum halten. Claudia Funck: "Normalerweise hacken wir alle Felder einmal mit der Hand durch. Das haben wir dieses Jahr nicht auf allen Feldern geschafft." Es sei schon eine Herausforderung in der Kürze der Zeit, um alle Felder herum einen Wildschutzzaun zu ziehen und Stroh zwischen den Erdbeerreihen zu verteilen. Spielt das Wetter mit, können die Vogtländer auf Funcks Feldern bis in den Juli hinein täglich, außer sonntags, frische Erdbeeren pflücken.

"Auf großen Feldern bauen wir bis zu sieben verschiedene Sorten an", so die Firmenchefin. Diese unterscheiden sich im Reifezeitpunkt, in der Farbe, in der Form und auch im Geschmack. "Beim Geschmack spielen der Witterungsverlauf und der Boden eine Rolle. Meine Lieblingssorte heißt Flair. Die ist sehr süß", sagt sie. Rumba indes sei mit ihren kugeligen, glänzenden Früchten eine ungewöhnliche Sorte.

Auf den Feldern der Familie Funck haben laut der Firmenchefin die Kahlfröste zu Jahresanfang keine Schäden hinterlassen. "Von Kleingärtnern weiß ich aber, dass es Schäden gab", so Funck. Wichtig sei, die Erdbeeren nicht zu viele Jahre auf der selben Fläche zu lassen, "weil sich im Laufe der Jahre das Herz der Pflanze nach oben schiebt und es dann frostempfindlich ist". Familie Funck pflanzt im Frühjahr und gibt die Felder dann ein Jahr später für drei Folgejahre zum Pflücken frei, sodass die Pflanzen insgesamt vier Jahre im Boden stehen. "Dann sollte man auch die Fläche wechseln. Der Boden ermüdet sonst", rät sie.

Doch auch die Profis sind nicht vor Misserfolgen sicher. Die Erdbeer-Anbauerin sagt: "Wir wissen noch gar nicht, ob wir das Feld in Oberlosa überhaupt öffnen können. Dort sterben die Pflanzen ab und werden braun. Wir wissen noch nicht, woran das liegt, vermuten aber eine Bodenkrankheit."

Auf fünf Feldern mit insgesamt fünf Hektar wachsen im Vogtland Erdbeeren von Funcks: Obermylau, Rotschau, Rodewisch/Auerbach, Pirk/Weischlitz und Plauen/Oberlosa. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 8 bis 19 Uhr und sonntags von 8 bis 12 Uhr. In Rodewisch/Auerbach beginnt die Ernte voraussichtlich am Freitag, in Oberlosa ist sie derzeit gar nicht möglich.

www.erdbeeren-funck.de

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