Rotary Club würdigt engagierte Arbeit von vier Ehrenamtlern

Sie leisten viel und machen darüber wenig Aufhebens. Vier Vogtländer sind am Mittwochabend auf besondere Weise geehrt worden. Eine Reichenbacherin schöpft Kraft aus schmerzhaften Erfahrungen.

Reichenbach.

Seit 43 Jahren arbeitet Benita Meinel aus Erlbach als Krankenschwester. Seit 42 Jahren begleitet sie als Hospizhelferin sterbenskranke Menschen und leistet Trauerarbeit für deren Angehörige und Hinterbliebene. Eine Würdigung für die ehrenamtliche Tätigkeit, wie den Preis des Rotary Clubs Schloss Voigtsberg, hat sie bisher noch nicht erhalten. Aber deswegen macht sie diese Arbeit auch nicht. Die Dankbarkeit der Todkranken sowie der Hinterbliebenen gebe ihr jene Kraft, die sie für diese aufopferungsvolle Tätigkeit braucht, hieß es am Mittwochabend bei der Preisverleihung. Meinel erhielt am Mittwochabend den mit 2000 Euro verbundenen 1. Preis des zum dritten Mal vergebenen Social Awards vom Rotary Club.

Als die Erlbacherin ab 1976 im Plauener Krankenhaus ihre Ausbildung zur Krankenschwester gemacht hat, "bat sie ein krebskranker Patient, sie beim Sterben zu begleiten", berichtete Rotary-Club-Präsident Frank Richter in seiner Würdigung der Erlbacherin. Das sei ihr Schlüsselerlebnis gewesen. Neben der Dankbarkeit der von ihr unterstützten Menschen helfe ihr auch die dabei immer wieder zu spürende Demut, sagte Frank Richter weiter. Benita Meinel richtete vor zwölf Jahren extra ein Kummertelefon für die Angehörigen ein. "Manchmal begleite ich diese Menschen bis zu ein oder zwei Jahre lang", gewährte die ausgebildete Hospizhelferin einen Einblick in ihre Arbeit.

Bernd Weißbach aus Oelsnitz bekam den 2. Preis, für den 1000 Euro vorgesehen sind. Der Rentner setzt sich seit über zehn Jahren für die Kinderhilfe Westafrika ein. "Ich war mal bei einem Weihnachtsmarkt in Oelsnitz und habe da Trockenfrüchte gekauft", schilderte er am Rande der Veranstaltung, wie es zu seiner Hilfstätigkeit gekommen ist. Auf den Trockenfrüchten fand sich eine Information der Kinderhilfe Westafrika mit einer Internetadresse. So kam eins zum anderen. Seitdem sammelt er Sachspenden, bereitet diese mit weiteren Helfern auf, repariert sie und schickt sie nach Westafrika. "Er hat schon über 1000 Nähmaschinen mit seinen Helfern generalüberholt", berichtete Ulrich Spake vom Rotary Club.

Petra Höpfner ist Sprecherin der Selbsthilfegruppe Die Perle. Diese Gruppe unterstützt Menschen, die in ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis mit Suchtkranken in Kontakt stehen. Petra Höpfner weiß, wovon sie spricht. Die Frau aus Reichenbach verlor ihren Sohn an die Droge Chrystal Meth und hat darüber ein Buch geschrieben. "Dieser Preis ist eine Motivation, denn die Tätigkeit wird beachtet", reagierte sie auf den dritten Preis. Dieser ist mit 500 Euro verbunden.

Der diesjährige Sonderpreis ging an die Pilzberaterin Carola Bauer aus dem Plauener Stadtteil Sorga. Sie gibt Pilzsammlern bereits seit nahezu 50 Jahren Auskunft über die von ihnen gesammelten Exemplare. Auch in diesem Jahr hat sie schon Ratsuchenden geholfen. "In dieser Woche sind schon einige dagewesen", sagte sie. "Im weitesten Sinne rettet sie damit auch Leben", ordnete Ralf Schmidt die Pilzberatung ein. Für den Sonderpreis gibt es ebenfalls 500 Euro.

Das Geld für die vier Preise kommt von sechs Sponsoren. Das sind die Firma Frank Müller, die Concordia Apotheke Plauen, die Sparkasse Vogtland, die Vogtland Energie Oelsnitz, die Firma Müller Blechbearbeitungsmaschinen und die Lungenpraxis Dr. Ziehbur und Dr. Richter. Der Social Award wurde zum dritten Mal vergeben. Mit dem Preis sollen gemeinnützig tätige Menschen gewürdigt werden, die nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen und im Stillen helfen. Die Preisverleihung sollte bereits im April stattfinden, wurde wegen der Coronapandemie jedoch verschoben. Schirmherr des Social Award ist Landrat Rolf Keil (CDU), der in einer kurzen Ansprache die uneigennützigen Preisträger würdigte.

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