RVB Gerlach will Teile vom Linienverkehr ausgliedern

Betriebsversammlung hinterlässt laut Verdi zwiespältige Gefühle

Reichenbach.

Auf der Betriebsversammlung beim Reichenbacher Verkehrsbetrieb und Fahrschule Gerlach (RVB) hat es am Mittwoch einen Paukenschlag gegeben. Bei der laut Gewerkschaftssekretär Sven Vogel von Verdi mit über 40 Beschäftigten sehr gut besuchten Veranstaltung sei Geschäftsführer Siegfried Gerlach entgegen seiner Ankündigung doch erschienen und habe ein kurzes Statement abgegeben. Laut Vogel habe Gerlach gesagt, dass eine unternehmerische Entscheidung gefallen sei: Der RVB wolle keine Leistungen mehr im Öffentlichen Personennahverkehr erbringen.

Auf Nachfrage von "Freie Presse" erklärte Siegfried Gerlach am späten Nachmittag: "Der RVB gliedert Teile seines Linienverkehrs aus." Diesen Teil der Buslinien solle die bei der Ausschreibung des Vogtlandnetzes 2019+ siegreiche Bietergemeinschaft Plauener Omnibusbetriebes (POB)/Verkehrsgesellschaft Vogtland (VGV) künftig selbst fahren und dafür auch einen Teil der Belegschaft übernehmen. Für den RVB sei die Deckungslücke bei Zahlung des aktuellen Nahverkehrs-Tarifs zu groß. "Jeder kann in Reichenbach bleiben. Es fällt kein Arbeitsplatz weg", betonte Gerlach. Die Gespräche über das genaue Konzept sollen über das Wochenende andauern. Eine Information an die Belegschaft ist für nächste Woche angekündigt.

Sven Vogel sagte auf Rückfrage, dass sich Gerlach in dieser Art nicht in der Betriebsversammlung geäußert habe. Er schilderte zwiespältige Gefühle: "Es gab Frustration, aber auch Erleichterung bei den Beschäftigten." Das Bestreben vieler Kollegen sei es, "sich in den Nachbarlandkreisen bei tarifgebundenen Unternehmen vorzustellen". Inwiefern unter diesen Umständen die Tarifverhandlungen beim RVB weitergehen, könne er aktuell nicht sagen.

Auch aus anderen Betrieben, die seit 13. Oktober Leistungen im Vogtlandnetz 2019+ erbringen, hätten ihn Beschwerden erreicht, so über Arbeitsbedingungen oder befristete Beschäftigung, erklärte Vogel. Er riet allen Beschäftigten, genau auf die erste Lohnabrechnung zu schauen.

"Die politischen Verantwortungsträger im Vogtlandkreis müssen dringend aus den Puschen kommen. Sonst gibt es zwar schöne neue Busse, aber keine Fahrer mehr", fügte er hinzu. Er selbst wolle Kontakt zu den Landtagsabgeordneten aufnehmen, um die Abwanderung der Fachkräfte aufzuhalten.

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