Schüler wachsen über sich hinaus im Projektzirkus Probst

Artistik am Trapez, Tanzen und Balancieren lernen die Kinder der Dittesgrundschule für ihre Auftritte in der Manege. Das ist aber noch nicht alles.

Reichenbach.

Dev und Tim tapsen als Clowns durch die Manege, Luisa, Lotta und Rosalie hängen am Trapez. Zusammen mit den anderen Grundschülern der Reichenbacher Dittesgrundschule gehören sie zum Zirkus Turbolino, der am heutigen Mittwoch, 10 und 17 Uhr, noch zwei Auftritte hat. Die Generalprobe und die Premiere fanden am gestrigen Dienstag mit Lampenfieber statt.

Den Namen Turbolino haben die Schüler ihrem Zirkus selbst gegeben. Sie sind die Stars in der Manege vom Projektzirkus Probst, der seit fünf Jahren durch Deutschland tourt und erstmals an der Dittesschule Station gemacht hat. Das große blau-weiße Zelt auf dem Sport- und Spielplatz ist nicht zu übersehen. Das Zirkusprojekt ist bereits das dritte an der Schule in Oberreichenbach. Und jedes Mal wachsen die Schüler über sich hinaus, lernen Dinge, die im Schulalltag manchmal untergehen und agieren im Team. Andreas Blessmann nennt ein Beispiel: "Wenn der Große unten nicht richtig hält, fällt der Kleine oben auf die Nase." Seit fünf Jahren ist er Zirkusdirektor und damit Mädchen für alles. Vorher war er Geschäftsführer beim Zirkus Probst, der den Betrieb eingestellt hat. Zehn Trainer hat Blessmann mitgebracht, um mit den Schülern in genau so vielen Gruppen zu üben. Anders als in den Klassen wirken Kinder aller vier Klassenstufen zusammen. Jeder ist unverzichtbar und soll sich auch so fühlen. Darauf legen die Zirkusleute Wert. Der Zirkusdirektor: "In der heutigen Zeit, wo Kinder fast ausschließlich mit Smartphone kommunizieren, ist eine solche Form passend, um untereinander Disziplin zu lernen, Anerkennung zu bekommen und den Ehrgeiz anzustacheln."

Statt langer Bitten gibt es Kommandos, etwas, was die Kinder oft nicht gewöhnt sind. Doch die Erfolge stellen sich recht schnell ein. Dabei wird der Klassenkasper mit der großen Klappe oft ganz still, während ein eher ruhiges Kind über sich hinauswächst. Dev und Tim hatten schnell gelernt, dass sie in der Manege etwas lauter sprechen mussten, damit sie gehört werden. Dafür durften sie sich mit ihrer Tomaten- oder der Temponummer auch mal über ihre Lehrer lustig machen. Luisa musste kopfüber am Trapez hängen. "Das ist schon schwierig", gestand sie. Lotta zeigte die Blasen an ihren Händen. "Aber jetzt ist schon alles wieder gut!", sagte sie vor der Generalprobe. Dort sahen die Nachwuchsartisten auch zum ersten Mal, was ihre Mitschüler gelernt hatten. Tüchertanz und Balancieren auf dem Drahtseil, eine Piratennummer mit vielen Messern, Zaubern oder akrobatische Kunststücke vollbringen. Die Fakire übten den Umgang mit Glasscherben, und Nagelbrett sowie Feuer zu spucken. "Das schwierigste sind die Tierdressuren", schätzte der Zirkusdirektor ein. Normalerweise muss die Kommunikation zwischen Trainer und Kind funktionieren. Dabei kommt als Drittes das Tier hinzu. "Unsere Hühner und Ziegen sind dressiert, aber wenn das Kind die Hand falsch hebt, weiß das arme Tier nicht, was es tun soll." Trotzdem waren die Tiere sehr beliebt bei den Kindern und am liebsten würden noch viel mehr von ihnen mit ihnen arbeiten.

Vorstellungen werden im Projektzirkus Probst am heutigen Mittwoch, 10 und 17 Uhr im Zirkuszelt auf dem Freizeitplatz gegenüber der Dittesschule in Reichenbach gezeigt.

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