Schülerverkehr: Planung wirft noch Fragen auf

Müssen Grund- und Förderschüler ab dem Schuljahr 2019/20 umsteigen, um ihre Schulen zu erreichen? Das ist nicht die einzige Sorge in Reichenbach.

Reichenbach.

In der Sitzung des Reichenbacher Stadtrates, die am Montag, 19 Uhr, im Ratssaal beginnt, soll Thorsten Müller, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vogtland, das im künftigen "Vogtlandnetz 2019+" geplante Busliniennetz in und um Reichenbach vorstellen. Linken-Stadtrat Thomas Höllrich hat ihm dazu vorab fünf Fragekomplexe gemailt und um Beantwortung gebeten. Einer davon betrifft die Schülerbeförderung ab Herbst 2019.

"Der Schulverkehr fehlt bisher im Konzept", hält Höllrich fest. Aus "fachkundigen Kreisen" will er erfahren haben, dass ab dem Schuljahr 2019/20 "die Grund- und Förderschüler aus den Ortsteilen umsteigen müssen, um ihre Schulen zu erreichen". Bisher sei das nicht notwendig gewesen. Er fragt: "Wie wird der Schulverkehr aussehen, damit ein Umsteigen der Schüler nicht notwendig ist?" und "Wurde mit den Elternvertretern und den Schulen darüber gesprochen?" Ziel müsse sein, dass alle Schüler umsteigefrei zu ihren Schulen kommen. Das sieht auch Uwe Kairies, Ortsvorsteher von Brunn und als Dispatcher in einem Busbetrieb mit der Materie vertraut, so: "Wir fordern, den Schülerverkehr aus den Ortsteilen zu den Schulen ohne Umsteigen zu ermöglichen. Jetzt ist noch Zeit für diese Änderung, so kann Ärger vermieden werden." Höllrich fürchtet im Falle einer Einführung des Umsteigens, dass "der Aufschrei der Eltern sehr groß sein und der Schwarze Peter an die Stadt geschoben wird, die an der Erstellung und Gestaltung der Konzeption gar nicht beteiligt war".

Der "Freien Presse" erklärte Thorsten Müller dazu: "Zum Thema Schülerverkehr haben wir bislang keine Fahrpläne vorgelegt." Deshalb sei die Aussage von Thomas Höllrich falsch. "Durch das neue Netz ist eine gesamthafte Neuplanung des Schülerverkehrs erforderlich, welche noch nicht final abgeschlossen ist." Man befinde sich derzeit in der Diskussion, wie das Ganze zum Jahresende oder Anfang 2019 transparent Eltern, Schülern und Schulen vorgestellt werden kann. "Ich bin mir sicher, dass wir eine sehr intensive Rückmeldung brauchen, um es rund zu machen", so Müller.

Doch das ist nicht das einzige Problem in Reichenbach. Thomas Höllrich hinterfragt ebenso, ob die neuen Streckenführung der Busse durch Nebenstraßen getestet wurde, inwiefern Busse aus der Fußgängerzone verbannt werden können, warum im "Vogtlandnetz 2019+" der Solbrigplatz nicht angebunden ist und wo die Busfahrer für die im Konzept geplanten Mehrfahrten herkommen sollen.

"Wir werden nach bestem Wissen und Gewissen die Fragen und deren Antworten in unseren Vortrag einfließen lassen", verweist Thorsten Müller auf die Stadtratssitzung. Der Verkehrsverbund habe mit der Stadtverwaltung schon mehrere konstruktive Gespräche geführt, lässt er wissen. (mit gem)

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