Schweigen zu XXL-Naturschutzgebiet

Seit fast genau einem Jahr machen Umweltschützer Druck. Kritik geht insbesondere an die Adresse des Landrats. Im Amt bereitet man nächste Schritte vor.

Pöhl/Elsterberg.

Hellmut Naderer gibt nicht auf. Der Vorsitzende des Regionalverbands Elstertal des sächsischen Naturschutzbundes (Nabu) will sich nicht vom Sächsischen Umweltministerium abspeisen lassen, wenn es um die "Elstersteilhänge nördlich Plauen" geht. Der Vogtlandkreis plant, dieses Naturschutzgebiet (NSG) auszuweisen. Für Naderers Geschmack geht das Verfahren viel zu langsam voran.

Die jüngste Antwort aus Dresden hat ihn und seine Mitstreiter höchst enttäuscht zurückgelassen. Im Schreiben aus dem Ministerium hieß es unter anderem, dass laut Landkreis "Bedenken von Teilen der Bevölkerung" das Verfahren gebremst hätten. Naderer reicht das nicht. Deshalb ist am 23. Oktober ein zweiter Brief an Staatsminister Thomas Schmidt gegangen. "Wir erwarten, dass er sich persönlich der Problematik annimmt: brüskierte Ehrenamtler und ein verschlepptes Verfahren", stellt Naderer klar. In dem Schreiben, das "Freie Presse" vorliegt, schreibt er: "Ich bitte Sie, sich unserer Sorgen qualifizierter und persönlich anzunehmen, da besonders der Landrat im Fokus unserer Kritik steht." Denn vor fast genau einem Jahr, am 12. Dezember 2017, saßen nach Naderers Angaben unter anderem Landrat Rolf Keil (CDU) und mehrere Naturschützer zusammen. Keil habe versprochen, so Naderer, dass das Verfahren im ersten Quartal des Jahres 2018 weitergehen soll, inklusive neuerliche Anhörung im Umweltausschuss. "Doch seitdem ist nichts passiert", macht sich der Umweltschützer Luft. Wiederholte Anfragen der Ehrenamtler an den Landkreis zum Stand des Verfahrens, das seit gut drei Jahren läuft, verpufften ohne Antwort.

Die Kreisbehörde ließ nun auf Anfrage verlauten: "Nach den internen Vorbereitungen werden jetzt die nächsten Verfahrensschritte mit Beteiligung der Öffentlichkeit angegangen." Zurzeit werde ein Zeitplan erstellt, in dem die wichtigsten Eckpunkte verankert werden, heißt es auf dem Landratsamt weiter.

Zwischen Plauen und Elsterberg will die Untere Naturschutzbehörde des Kreises drei Schutzgebiete zu einem NSG mit einer Größe von etwa 688 Hektar zusammenfassen. Die Bürgermeister von Pöhl und Elsterberg jedoch haben Bedenken. zum Beispiel Tourismus-Einbußen und Nachteile für wirtschaftliche Entwicklungen. Der Elsterberger Stadtchef, Sandro Bauroth (FDP), hatte im September diese Position bekräftigt: "Wir bleiben auf unserem Standpunkt." (em)

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