Seit 20 Jahren: Siedler warten auf Grün vor der Haustüre

Für den Bau der Malßenberg-Siedlung in Unterheinsdorf waren Ausgleichspflanzungen vorgesehen. Die Kommune geht die Altlast an, stößt aber auf Widerstand.

Unterheinsdorf.

Das Thema kochte immer mal wieder kurz hoch, jetzt will die Gemeinde an der Unterheinsdorfer Malßenberg-Siedlung Nägel mit Köpfen machen: "Es stimmt, die Kommune ist laut Bebauungsplan dort zu einem Ausgleich befestigter Flächen verpflichtet. Wir gehen diese Altlast jetzt an", kündigte Heinsdorfs Bürgermeisterin Marion Dick auf der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Während und bereits vor der Sitzung war das Thema mehrfach von Siedlern an die Gemeinde herangetragen worden. Auch Gemeinderat Uwe Georgi wies auf dessen Dringlichkeit hin.

Seit Erschließung und Bebauung der Siedlung sind immerhin 20 Jahre ins Land gegangen. Obwohl im Bebauungsplan ein zu schaffender Grünstreifen entlang des Weges oberhalb der Siedlung sowie der Bau eines Spielplatzes vorgesehen sind - getan hat sich all die Zeit nichts. "Wir haben immer auf den Baubeginn gewartet. Wo man hinschaut, überall gibt es in neuen Wohngebieten frisches Grün, nur bei uns nicht. Das kann nach all den Jahren doch nicht sein", sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen will.

Die Gründe für den nun von den Siedlern ausgeübten Druck sind indes nicht rein ästhetischer Natur. Es geht um Schutz vor Lärm, Wasser und Staub, der im nahen Feld seinen Ursprung hat. "Stehen bei Trockenheit Feldarbeiten an, stiebt's hier gewaltig. Auch der Lärm ließe sich mit einer dichten Hecke verringern", sagt Helga Dähne. Eine Nachbarin spricht das Wasserproblem an. "Als wir eingezogen sind, gab es zwischen Feld und Straße einen Graben, der ist jetzt zu. Wenn hier bei einem Starkregen alles zusammenkommt, läuft alles bei uns rein." Einmal soll Wasser bereits in Keller gelaufen sein. Die Anwohner fordern deshalb nicht nur den Grünstreifen auf dem ein paar Hundert Meter langen Abschnitt zwischen Friedhofsweg und der nächsten Bebauung, sondern auch einen Abwassergraben.

Die Bürgermeisterin sieht das ähnlich. Allerdings sei der Grundstücks-Eigentümer eher gegen einen Verkauf. "Man hat es halt damals bei der Planaufstellung versäumt, das Grundstück zu kaufen. Andererseits war der Bebauungsplan damals eine Willensbekundung, gegen die sich die Eigentümer nicht ausgesprochen haben", sagt Marion Dick. "Wir wollen aber mit den Eigentümern eine einvernehmliche Lösung, dazu gibt es weitere Gespräche." Zum Thema Spielplatzbau gebe es indes noch keine spruchreifen Pläne.

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