Seniorenresidenz: Warum es gerade nicht auf Größe ankommt

Mit 28 Plätzen ist die Reichenbacher Pflegeeinrichtung eher ein kleines Kaliber. Nun ist sie verkauft. Wird nun angebaut? Die neue Chefin sagt: "Bloß nicht!"

Reichenbach.

Hinter ihr das Büro, links die Küche. Elke Suske arbeitet seit drei Wochen in der Reichenbacher Seniorenresidenz und findet sich mittlerweile fast blind darin zurecht. Eigentlich kein Wunder. Mit drei Stockwerken und 28 Plätzen ist das Pflegeheim an der Bahnhofsstraße in Reichenbach eher eines von der kleineren Sorte. "Zum Glück!" sagt die künftige Chefin. Sonst hätte die 58-Jährige den Posten der Pflegedienstleiterin nämlich auf keinen Fall übernommen.

Seit rund 40 Jahren arbeitet Suske mittlerweile im Pflegebereich. Mit einem freiwilligen sozialen Jahr hat es angefangen, über die Krankenpflegehelferin, die examinierte Altenpflegerin hat sie sich bis zur Sozialwirtin emporgearbeitet. Sie arbeitete in vielen Häusern - darunter etlichen sehr großen. Irgendwann hat Suske gemerkt, dass ihr die kleinen Häuser lieber sind. Solche wie die Reichenbacher Seniorenresidenz eben. "Hier geht es familiärer zu", sagt sie.


Die 58-Jährige übernimmt die Leitung des Hauses von Achim Reißmann. Der 61-jährige Inhaber des Pflegeheims direkt am Kreisverkehr will aufhören und hat die ehemalige Fabrikantenvilla kürzlich an ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Freital verkauft. "Wahrscheinlich bin ich ab Juli draußen", kündigt er an. Hausherrin in Reichenbach ist dann Elke Suske. Allerdings wird Reißmanns Ehefrau noch eine Weile als Angestellte in der Seniorenresidenz weiterarbeiten. "Darüber bin auch sehr froh", sagt Suske. "Manchmal gibt es ja doch noch das ein oder andere abzuklären."

Das Unterste zuoberst kehren will die neue Pflegeleiterin in der Seniorenresidenz nicht. Auch künftig soll zweimal in der Woche selbst gekocht werden. Und an dem gemeinsamen Frühstück der Mitarbeiter wird sie auch nicht rütteln. "Gerade diese Dinge machen das Arbeiten hier ja so schön", schätzt sie ein. Einige Änderungen soll es aber schon geben. Darüber führt sie zurzeit Gespräche mit dem neuen Inhaber in Freital. "Wir wollen nach und nach die Möbel und das Außengelände erneuern, den Aufzug sanieren ..." zählt Elke Suske auf. "Der neue Eigentümer ist groß genug, um Geld für Investitionen zu haben, aber eben nicht zu groß - kein Konzern", sagt sie. Ein Anbau an die Seniorenresidenz sei aber kein Thema. "Zum Glück", sagt die neue Chefin erneut. "Der familiäre Charakter unserer Hauses soll so bleiben, wie er ist."

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