Spaß für Jung und Alt

Das Puppenspielfest auf Burg Mylau hat begonnen. Das Marionettentheater Dombrowsky eröffnete das Programm mit einem Stück, das wie aus dem Leben gegriffen wirkte.

Mylau.

Da sage mal einer, heute liest keiner mehr: Dem Mylauer Puppenspielfest hat ein Beitrag in einem Wochenmagazin sogar Besuch aus Potsdam und vom Mitteldeutschen Rundfunk beschert. Im Januar wurde dort das Traditionelle Marionettentheater Dombrowsky aus Engertsdorf bei Altenburg vorgestellt. Der sechsseitige Bericht zeigte Wirkung bei den Puppenspielfreunden. Dombrowskys bekommen Anfragen über Anfragen und auch andere Medien bekunden ihr Interesse. Da war es gut, dass der Förderverein Burg Mylau das Theater schon fest gebucht hatte.

Bis nach Mylau scheint sich die Popularität der Puppenbühne jedoch noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie schon in den Vorjahren war die Eröffnungsveranstaltung des Puppenspielfestes nicht so gut besucht. Dombrowskys spielten "Der Rehbock oder Kasper verkauft seine Frau für 5000 Taler". Wer dort war, wie die Frau aus Potsdam, hat es nicht bereut, sondern war angesichts des mangelnden Zuspruchs eher erstaunt. Eine Erklärung ist, dass Puppentheater etwas für Kinder ist. Die andere, dass es interessantere Dinge am Samstagabend geben muss. Thomas Petzoldt sagte: "Wer da war, hatte Spaß. Das Stück war schon alt, aber wie aus dem gegenwärtigen Leben gegriffen." Er unterstützte das Team des Puppentheaters beim Transport in den Rittersaal.

Spaß hatten auch die Kinder, die am Sonntagmorgen die Burg stürmten, um eine Puppenspielversion des Brüder-Grimm-Märchens "Der gestiefelte Kater" zu erleben. Nach dem Lied, das des Puppenspielers Leben beschreibt, trat Uwe Dombrowsky vor die Zuschauer und stellte sein Wandermarionettentheater vor. Er sagte: "Wir spielen heute den ,Gestiefelten Kater', ein Stück in fünf Aufzügen. Dazwischen gibt es immer kurze Pausen, aber ihr braucht keine Angst haben, es geht weiter." Dann rappelte und zappelte die Puppenbühne ein wenig und Dombrowskys waren an ihren Arbeitsplätzen angekommen.

Nach dem zweiten Gong öffnete sich der Vorhang und der ums Erbe betrogene Müllerbursche Hans und sein schlauer Kater erschienen. Schnell entwickelte sich die Geschichte, die im Happy End gipfelt, das vom Kater geschickt eingefädelt wurde. Der Beifall galt den Figuren, die für das glückliche Ende verantwortlich waren, genauso wie den Puppenspielern Evelyn und Uwe Dombrowsky. Die Kinder freuten sich, dass sie am Ende noch einmal hinter die Kulissen schauen durften. Sie wissen jetzt, warum die Bühne so gewackelt hat und noch vieles mehr.

Das Puppenspielfest geht am heutigen Dienstag weiter. Dann wechselt der Spielort vom Ratssaal der Burg Mylau in den Barocksaal. Für die Aufführungen haben sich auch viele Ferienkinder und Betreuungseinrichtungen angemeldet. Die Vorbestellung der Eintrittskarten lohnt sich also.


Programm

Dienstag: 10 und 14 Uhr, "Rumpelstilzchen" (Fischer's Marionettentheater, Frankenberg);

Mittwoch: 10 Uhr, "Hase und Igel"; 14 Uhr: "Rotkäppchen" (Camillo, Casper & Co., Frankenberg);

Donnerstag: 10 Uhr, "Frau Holle"; 14 Uhr: "Die Zauberlaterne" (Pandel's Marionettentheater Kling-Klang-Gloria, Frankenberg);

Freitag: 10 und 14 Uhr, "Max und Moritz" (André Streine, Wilmersdorf)

Samstag, 14.30 Uhr: "Das tapfere Schneiderlein" (Puppenbühne Böhmel, Dresden);

Sonntag: 14.30 Uhr, "Kasper und das Niesteufelchen" (Uta Davids, Pulsnitz)

Eintritt: Kinder 3,50 Euro, Erwachsene 5 Euro, Mehrtagesfamilienkarten 20 Euro. Telefonische Vorbestellung unter 03765 3822352. (pstp)


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