Spiel, Spaß und Gaudi in "Bad Schneidenbach"

Mit einem Schuss Selbstironie: Am Kirmes-Wochenende hat nicht nur das Fußball-Duell Ureinwohner gegen Zugezogene für gute Laune gesorgt.

Schneidenbach.

Die Schneidenbacher haben am Freitag und Samstag gezeigt, dass sie trotz der negativen Schlagzeilen wegen der jüngsten Brände am Müllstandort Glitzner zu feiern verstehen. Zwar sind die Kirmesfeste nicht mehr das, was sie früher waren, als die Gäste am nächsten Morgen um vier vom Frühschoppen nach Hause gingen, Spaß machen sie jedoch allemal. Die Schneidenbacher lieben ihren Ort. Deshalb wohnen viele junge Familien dort - wie bei Wutzlers, von denen die Männer in drei Generationen am Fußballspiel teilnahmen.

"Mir gefällt der Blick, wenn man von Reichenbach in den Ort hereinfährt. Es muss doch über Schneidenbach noch andere Schlagzeilen geben", sagte Claus Wutzler, der mit Sohn und Enkel im Team der Ureinwohner spielte. Sie traten beim traditionellen Fußball-Duell gegen die Zugezogenen an. Am Ende hieß es 10:10. "Das hat der Schiedsrichter so hingedreht", meinten ein paar Gäste mit Blick auf Ortsvorsteher Jens Groschopf, der das Spiel leitete. Feuerwehr und Heimatverein hatten das Fest mit Unterstützung des Ortschaftsrates auf die Beine gestellt.


Nach der Freitagabend-Party der Feuerwehr folgten das Fußballspiel und ein bunter Familientag am Samstag. Die Hauptattraktion beim Familiennachmittag war Sven Mlejnek von Funworld Promotion Zeulenroda, der nach einem Animationsprogramm im Gerätehaus ins Freie wechselte und für die Kinder Ballonkunstwerke bastelte. Dabei gab es nicht die üblichen Hunde oder Blümchen, sondern Einhörner mit goldenem Horn, Spidermann im typischen Blau-Weiß, Marienkäfer mit kleinen goldenen Fühlern oder eine Krone, wie sie einer Prinzessin gut zu Gesicht steht. Da die Tiere, Pflanzen oder Trickfilmfiguren nicht so schnell fertig waren, bildete sich eine Schlange um den Animateur. Geduldig sahen die Kinder zu, wie aus den farbigen Ballons, geschickten Händen und einer Luftpumpe die schönsten Gebilde wuchsen. Manchmal platzten die Ballons, ehe das Kunstwerk fertig war. Dann hatte der Künstler einen lustigen Spruch parat.

Im Feuerwehrgerätehaus und davor hatten die Besucher Platz genommen, um Kirmeskuchen zu probieren. Die Frauen im Dorf hatten fleißig gebacken, "mit guter Butter" versteht sich. Und einem Schuss Selbstironie: Über dem Verkaufsstand hing ein Ortseingangsschild mit der Aufschrift "Bad Schneidenbach" und "Luftkurort, Stadt Reichenbach, Vogtlandkreis". So wurde augenzwinkernd auf die wiederkehrenden Brände im Entsorgungsunternehmen Bezug genommen.

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