Sprechen und Schreiben, wie der Schnabel gewachsen ist

Zum 8. Mal gingen die Vogtländischen Mundarttage über die Bühne. Noch nie war das überregionale Medieninteresse so groß.

Bad Elster/Erlbach.

Aus Oberfranken und Oberbayern, aus dem Erzgebirge, Thüringen und natürlich dem Vogtland waren die Akteure der 8. Vogtländischen Mundarttage gekommen. 18 von ihnen lasen zum Abschluss Texte aus ihrer Feder im Blauen Saal des Königlichen Kurhauses Bad Elster. Doris Wildgrube aus Arnoldsgrün, die Vorsitzende des Vogtländischen Mundartkreises und Cheforganisatorin, zog zufrieden Bilanz.

Mundart im Wandel: Der Vortrag zu diesem Thema, den Doris Wildgrube gemeinsam mit Renate Röther aus Thüringen beim 19. Symposium des Reichenbacher Seniorenkollegs hielt, fand großes Interesse. "Wir haben bereits Anfragen für weitere Veranstaltungen", sagte Doris Wildgrube. Sie will das Thema breiter. "Bei den Mundarttagen in Deggendorf habe ich auch schon am Poetry Slam teilgenommen. Dabei geht es auch bei politischen Themen in Mundart zur Sache. Damit kann man auch bei jungen Leuten Interesse wecken."


Werkstatt: "Sagen und Märchen in vogtländischer Mundart" war das Thema einer Schreibwerkstatt mit den Autoren im Museum Eubabrunn. Als Einstimmung darauf gab es einen Vortrag mit Mitgliedern des Theaterdorfes Zwota.

Publikation: Pünktlich zur Veranstaltung lag auch der Tagungsband für die Mundarttage 2017 vor, mit den Beiträgen von Beate Werner aus Reichenbach und Friedemann Schubert aus Neumark. Sie waren die Sieger des Mundart-Krimi-Schreib-Wettbewerbs, den der Mundartkreis 2017 gemeinsam mit der Heimatzeitung "Freie Presse" und dem Förderverein Schloss Netzschkau veranstaltet hatte.

Lesungen: Mundart-Autoren traten in den Schulhorten Markneukirchen, Werda und Grünbach auf. Sechs Lesungen als Abendveranstaltungen gab es in Erlbach, Falkenstein, Oelsnitz, Grünbach, Schöneck und Plauen. Gut besucht waren vor allem das Alte Spital in Falkenstein und die Stadtbibliothek Oelsnitz.

Medieninteresse: Die Mundarttage waren in diesem Jahr nicht nur Thema in den lokalen Zeitungen und Rundfunksendern. Oberfranken-TV drehte am Freitag in Falkenstein. Der Beitrag darüber lief am Samstag bei TV Bayern live und ist in der Mediathek abrufbar. Für das MDR hat Thomas Friedrich einen Beitrag produziert, der ebenfalls unter "Vogtländische Mundarttage" über die Mediathek abrufbar ist.

Mundartwanderung 2019: Nach der erfolgreichen Premiere der Mundartwanderung mit acht Autoren im September 2018 in Erlbach wird es in diesem Jahr eine Fortsetzung geben. Die Organisation der Veranstaltung liegt in den Händen von Marina Gerstner.

Neues Projekt: Das Vogtlandmuseum Plauen besitzt noch den Schreibtisch von Louis Riedel aus Meßbach, dem Begründer der Mundartliteratur im Vogtland. Der Mundartkreis will gemeinsam mit dem Museumspädagogen Uwe Fischer ein historisches Klassenzimmer einrichten, das von den Schulen der Region genutzt werden kann. Über Fördermittel soll dabei auch eine finanzielle Unterstützung für die Einrichtungen möglich sein. "Natürlich ist es wichtig, dass die Schüler Hochdeutsch sprechen und schreiben lernen. Aber genauso wichtig ist, es die Wurzeln nicht zu vergessen. Und dazu gehört die Mundart", sagt Wildgrube. Das sieht auch der Markneukirchner Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) so. "Die Mundart erdet im guten Sinne", sagt er.

Fazit: "Mundart ist ein Kulturgut, das es zu schützen und zu bewahren gilt. Ich meine damit nicht, dass es konserviert werden soll. Wir wollen nicht so reden wie um 1900, das würde nicht funktionieren. Die Mundart unterliegt einem stetigen Wandel. Das macht sie lebendig", meint Doris Wildgrube.

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