Stadt-Galerie verbannt Bilder aus Fotoschau

Fotoclub Vogtland zeigt in Plauen eine neue Ausstellung

Plauen.

Die am Montag in der Plauener Stadt-Galerie eröffnete Fotoausstellung "Bildkompositionen 2020" des Fotoclubs Vogtland zeigt 54 Aufnahmen von 15 Fotografen. Eigentlich hätte es ein Foto mehr sein sollen. Doch dessen Bildfläche bleibt nun schwarz. "Die Stadtgalerie wollte das Bild nicht", informierte der stellvertretende Clubleiter Bernd Hegner auf Nachfrage. Eigentlich sollte an der Stelle die Arbeit "Sabrina" von Andreas Schiller zu sehen sein. Aber weil die junge Dame auf dem Foto nur ein Hemdchen trägt und unter diesem Hemd bestimmte körperliche Merkmale erkennbar werden, sei es abgelehnt worden, erklärte der Plauener.

"Als Einkaufszentrum will man bestimmte Sachen nicht", erklärte Ingo Hummel, der Technische Manager des Centers. Man habe bisher immer gut mit der Mitgliedergruppe der Volkssolidarität Plauen/Oelsnitz zusammengearbeitet, erinnerte er. Es seien noch zwei weitere Bilder aus ähnlichen Gründen von der Stadt-Galerie abgelehnt worden, informierte Hegner. Das sei schade. Die leere schwarze Fläche werde man hängen lassen, um die Besucher auf die Situation aufmerksam zu machen. "Das haben wir im Club so beschlossen" sagte der Fotograf. Er zeigte anschließend auf das Schaufenster eines Dessous-Geschäftes gleich neben der Ausstellungsfläche, das ähnliche Aufnahmen wie die abgelehnten Motive enthält.

Die Fotoschau des Fotoclubs findet jährlich statt - jeweils verbunden mit einer Abstimmung durch die Besucher zum Siegermotiv. In diesem Jahr können wegen der Corona-Hygieneregeln allerdings keine Abstimmungszettel ausgefüllt und in ein bereitstehendes Behältnis eingeworfen werden. "Wir machen das diesmal nur über das Internet, über unsere Facebook-Seite", ließ Ingo Hummel wissen. Gesucht wird die von den Besuchern der Seite am häufigsten mit "Gefällt mir" markierte Arbeit. Unter allen Teilnehmern verlost die Stadt-Galerie fünf Einkaufsgutscheine zu je 25 Euro.

"Wir zeichnen uns durch Vielfalt aus", machte der Vizechef des Fotoclubs auf die Bandbreite der gezeigten Aufnahmen aufmerksam. Porträts wie die "Lebenslinien" von Klaus Vetter finden sich ebenso wie der Mosenturm von Elisabeth Sünderhauf oder das Motiv "Abgestorben" von Jürgen Zorn, der einen abgestorbenen Baum an einem See festgehalten hat. Die Schau bleibt zwei Wochen im Untergeschoss der Stadt-Galerie.

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