Stadt soll Kita "Pfiffiküsse" übernehmen

Anfang 2020 in finanzielle Schieflage geraten, bringt der Betreiberverein einen Trägerwechsel ins Spiel. Die Stadtverwaltung prüft jetzt alle Umstände.

Reichenbach.

Für die Kindertagesstätte "Pfiffiküsse", die 2011 mit insgesamt 60 Plätzen auf dem Gelände der Paracelsus-Klinik Reichenbach eingeweiht worden war, bahnt sich ein Trägerwechsel an. Der gemeinnützige Kindergartenverein "Pfiffiküsse" will die weitere Kita-Betreibung der Stadt Reichenbach überlassen. Das geht aus einer Information für den Stadtrat hervor, der am Montag, 8. Juni, 19 Uhr zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.

Anfang des Jahres 2020 sei der Kindergartenverein in finanzielle Schieflage geraten, heißt es in der von Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) eingebrachten Vorlage. Die Schieflage sei "maßgeblich dem Umstand geschuldet, dass es der Einrichtung trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, die Anzahl der Krippenkinder, die unter anderem auch wegen und infolge der Insolvenz der Paracelsusklinik massiv zurückgegangen ist, wieder aufzufüllen". Zur Sicherung des reibungslosen Weiterbetriebes im Januar und Februar 2020 seien Zuschusszahlungen von mehr als 20.000 Euro notwendig gewesen. Der Vereinsvorstand hatte die Stadtverwaltung diesbezüglich um Hilfe gebeten. In den Gesprächen sei deutlich geworden, dass eine Weiterführung der Trägerschaft aufgrund der Altersstruktur der Vereinsvorstände "ohnehin zeitnah eine Nachfolge erforderlich machen würde". Die Stadt Reichenbach bekundete daraufhin ihr Interesse an der Übernahme.

Die Verhandlungen der Stadtverwaltung mit dem Kindergartenverein "Pfiffiküsse" laufen. Erforderlich sei ein Übertragungsvertrag, mit dem der Erwerber in die Rechte und Pflichten des Veräußerers in vollem Umfange eintritt, soweit nicht ausdrücklich im Vertrag etwas Gegenteiliges vorgesehen wird. Auch die Mitarbeiter gehen auf den Erwerber, also die Stadt, über, heißt es in der Informationsvorlage.

Die Initiative für den Bau der Kita "Pfiffiküsse" hatte das 2009 in Reichenbach gegründete "Netzwerk familienfreundlicher Unternehmen" ergriffen. Die Paracelsus-Klinik beteiligte sich mit rund 850.000 Euro an den Baukosten von 1,4 Millionen Euro. Grundstück und Gebäude gehören zur Klinik. Betreut werden aber nicht nur Kinder des Personals.

Aktuell lässt die Stadt Reichenbach alle bestehenden Verträge und Verbindlichkeiten des Trägervereins prüfen. Alle Unterlagen, wie etwa den mit der Paracelsus-Klinik Reichenbach bestehenden Überlassungsvertrag, die Arbeits-, Versicherungs- und Dauerverträge oder die Inventarliste seien vom Kindergartenverein angefordert worden. Im Gespräch sei die Stadt auch mit der Paracelsus-Klinik, anderen Behörden wie etwa dem Jugendamt sowie freien Trägern. Über das weitere Prozedere werde "zu gegebener Zeit entsprechend informiert".

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