Tierheimchefin beklagt zu geringe Mitarbeiterzahl

Adelheid Friedrich sieht die Kosten steigen bei stagnierenden Zuwendungen. Beim Haushalten bekommt die Limbacher Einrichtung jedoch Hilfe.

Limbach.

Das Tierheim in Limbach wird von einem Mangel an Mitarbeitern geplagt. Das erklärte Tierheimchefin Adelheid Friedrich am Rande des jüngsten Tages der offenen Tür, zu dem viele Tierfreunde an das Kalte Feld in Limbach kamen. Sie sagte: "Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll, und wie lange wir das noch durchhalten. Wir hangeln uns von Woche zu Woche durch."

Auf dem Arbeitsplan stehen nicht nur Füttern, Tränken, Saubermachen. Auch das Tierheimgelände muss gepflegt werden. Dass in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit kein Rasen zu mähen ist, sei schon fast so etwas wie ein Segen.

Die Tierheimchefin: "In der Bevölkerung gibt es die Meinung, dass das Tierheim für alle Notzustände 24 Stunden am Tag als Ansprechpartner da zu sein hat." Sie weiß jedoch nicht, wie sie mit den geringen Pauschalen der Kommunen den normalen Betrieb zwischen 8 und 18 Uhr sowie die täglichen Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr aufrechterhalten soll. Alles sei teurer geworden, das Futter, die Kastration der Katzen, die Nebenkosten. Nur die Zuwendungen stagnierten seit Jahren. Zum Tag der offenen Tür brachten viele Besucher Futterspenden und andere Gaben mit. Das helfe zumindest Beziehung ein wenig hauszuhalten.

In diesem Jahr gibt es auffällig viele Fundhunde, die ausgesetzt wurden. Adelheid Friedrich: "Unser Paradebeispiel ist ein schätzungsweise zwölf Jahre alter Rüde, fast taub und auf dem Weg der Erblindung, der samt Leine nahe der Autobahn gefunden wurde. Es bestand also auch Verletzungsgefahr." Das Tier habe nicht einmal mehr im Stehen fressen können und einen Tumor auf dem Rücken gehabt. "So sind Menschen", fasst sie zusammen.

Auch die Überalterung der Bevölkerung wirke sich vermehrt aus. Adelheid Friedrich: "Es kommen immer öfter Hunde infolge von Todesfällen ins Tierheim, weil sie sie keiner übernehmen kann, wegen zu kleiner Wohnung oder weil die Angehörigen weit weg sind."

Die dritte Kategorie, die den Tierheimhelfern zu schaffen macht, sind trächtige Katzen oder Katzen mit Welpen. Die oft verwilderten Katzen werden für eine Zeit im Tierheim aufgenommen, kastriert und wieder ausgesetzt, weil sie die Gefangenschaft nicht ertragen. Zurzeit leben 15 Hunde und 30 Katzen im Tierheim, darunter auch Katzenwelpen, die auf Vermittlung warten.

Die Arbeit des Tierheimes gipfelt in nachweisbaren Erfolgen bei der Vermittlung von Fundtieren. Adelheid Friedrich erkennt die Hunde und ihre Halter, auch wenn der Kontakt schon viele Jahre zurückliegt. Ein Beispiel dafür ist Familie Hoffmann aus Lichtenberg in Bayern, die ihren Terrier Erwin vor drei Jahren aus dem Tierheim geholt hat. Heute heißt er Mucki, wie schon die Hunde der Familie vor ihm, und ist treuer Begleiter des Paares. Auf die Frage, ob sie einen Tag mit Mucki bereut haben, antworten die beiden: "Im Gegenteil, wir denken mit Schrecken an die Zeit, wenn wir ihn einmal nicht mehr haben. Kürzlich war er einen Tag im Krankenhaus, da hat er uns unheimlich gefehlt."

Oder der Mischling, der Stone hieß und als einjähriger Welpe beim nahe gelegenen Hartsteinwerk ausgesetzt wurde. Er ist jetzt neun Jahre alt, hört auf Stony und lebt bei Familie Kettinger in Waldenburg. Die neuen Herrchen und Frauchen kommen immer wieder gern ins Tierheim zurück, auch wenn sie etwas weiter weg wohnen.

Gelegenheit für Begegnungen im Tierheim Limbach besteht wieder am 8. September beim Tag des Hundes.

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