Treffpunkt der Künste

Musikerinnen und ein Greizer Buchautor gestalten den jüngsten Abend der Calliope-Reihe. Eine mysteriöse Geschichte war dabei hören.

Mylau.

Die jüngste Veranstaltung der Calliope-Reihe "Kammermusik ohne Grenzen auf der Burg Mylau" machte am Sonntag ihrem Namen alle Ehre: Das mit etwa 70 Gästen gut besuchte Konzert vermochte einzulösen, was der Untertitel "Literatur, Musik und Bilder" versprach. Die drei Künste kamen jeweils eindrucksvoll zur Geltung und vertrugen sich prächtig. Mit dem Duo Casa Estiva (deutsch: Sommerhaus) hatte Sarah Stamboltsyan, die Leiterin der 2010 ins Leben gerufenen Calliope-Konzerte, außergewöhnliche Musikerinnen verpflichtet.

Die aus Irfersgrün stammende Gitarristin Katja Wolf stellte sich bei Soli spanischer und französischer Komponisten des 19. Jahrhunderts als Interpretin von Rang vor. Musterhafter spieltechnischer Schliff, Temperament und Rhythmusgefühl gehen bei ihr Hand in Hand mit einer Tiefe des Ausdrucks, die von innen kommt, an der alles echt ist.

In der Bald Salzunger Sopranistin Anne Katrin Taubert fand die Vogtländerin vor zwei Jahren eine ebenbürtige Partnerin. Taubert, die in Mylau Lieder von Benjamin Britten, Alexander Lee und Charles Edward Horn darbot, besticht nicht allein mit sicherer Höhe und makelloser Artikulation. Die Sängerin verfügt auch über die Gabe, aus dem Augenblick heraus zu musizieren. Da wird nicht allein Einstudiertes abgerufen, da wird unmittelbar gestaltet, passiert Neues und Überraschendes.

Die während der Musik auf eine Leinwand projizierten Bilder von Renoir, Degas oder van Gogh standen in Zusammenhang mit dem Beitrag der Literatur an dem Abend. Der Greizer Winfried Arenhövel las aus dem vierten und aller Voraussicht nach letzten Band seiner literarisch anspruchsvollen Krimiserie "Verbrechen um Beno". Es stehen vier Jungen im Mittelpunkt. Sie wollen Licht in eine mysteriöse Angelegenheit bringen, die sich nach 1945 auf dem Gut Holzdorf bei Weimar, einst bekannt als erlesener Musenhof, zutrug. An die 120 Gemälde, gesammelt vom Hausherrn und genialen Erfinder Otto Krebs, verschwanden damals spurlos.

Am Sonntag blieb offen, inwieweit das Quartett das Geschehen aufklären kann. In jedem Fall kommt man ein Stück weiter. Das ließen die lebhaft geschilderten Unterhaltungen der Jungs mit so urwüchsigen Zeitzeugen wie der Gutsköchin Frieda erkennen, die Arenhövel mal mit feinem Humor, mal stimmgewaltig vortrug.

Die Bildende Kunst war im Ratssaal der Mylauer Burg auch mit Originalen präsent. Von der Greizer Medizinstudentin Beatrice Kühn sah man in kräftigen Farben gehaltene Acrylbilder und filigrane Fineliner-Zeichnungen, die auf packende Weise Landschaftserlebnisse sowie ein intensives Nachdenken über Lebensfragen widerspiegeln.

Sarah Stamboltsyan bekam am Ende der Veranstaltung seitens der Besucher viel Lob und Zustimmung zu hören.

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