Trio begeistert Publikum

Eva Wetzel und zwei Mitstudenten aus North Carolina musizieren in der Calliope-Reihe. Ein Welt-Trio in Reichenbach.

Reichenbach.

Wenn jede Note halbwegs zu ihrem Recht kommt in Felix Mendelssohn Bartholdys fein gesponnenem Klaviertrio op. 49, ist das schon aller Ehren wert. Am Sonntag im Veranstaltungsforum an der Reichenbacher Wiesenstraße, beim jüngsten Konzert der von Sarah Stamboltsyan ins Leben gerufenen Calliope-Reihe, war weit mehr der Fall. Da durfte man eine Interpretation dieses Prüfsteins hören, bei der jedes noch so schwierige Detail mit Hochglanz daherkam, alles sang und klang, erfüllt, ja, berauscht vom Geist der Romantik, aber auch verpflichtet allem Großen und Guten, was zuvor geleistet wurde. Das vielleicht einzige Manko, dass manche Passage ein, zwei Spuren zu kräftig geriet, fiel kaum ins Gewicht, denn auch dieses Zuviel nahm sich noch so warm, rund und einträchtig aus, dass man eigentlich nicht genug davon bekommen konnte.

Dass Erlebnis war drei Musikstudenten zu danken, von denen der US-amerikanische Pianist Jacob Wang noch keine 20 Jahre alt ist. So verwunderte es nicht, dass die Zuhörer hellauf begeistert waren. Das Gastspiel ging auf eine Initiative der aus Langenwolschendorf bei Zeulenroda stammenden, 1996 geborenen Geigerin und Pianistin Eva Wetzel zurück, die seit 2014 an der Universität der Künste des Staates North Carolina in Winston Salem studiert.

Dritter im Bunde war der 21-jährige brasilianische Cellist Gustavo Antoniacomi. Schnell trat zutage, dass das Trio unterschiedliche "Typen" vereint. Während von der Geigerin ein hinreißender Drive ausgeht, kommt vom Cellisten in Hülle und Fülle das Lyrische, Sanfte, Gesangliche. Der 17-jährige Jacob Wang am Sauter-Flügel ist nach Belieben bald sattelfester, uneigennütziger Mitspieler, bald subtil gestaltender Solist.

Vor dem Mendelssohn-Trio wurden von den jungen Musikern in gleicher bestechender Qualität Kompositionen von Jean Baptiste Loeillet, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms sowie zwei halsbrecherische Bearbeitungen geboten: eine filigran gebaute Fuge von Georg Friedrich Händel, eingerichtet für Violine und Cello, und ein virtuoser Tango nach Astor Piazzola zu vier Händen am Flügel.

Eine Ausstellung mit einprägsamen Schwarz-Weiß-Fotos des Greizer Flötisten Thomas Divossen, zu Herzen gehende Ansichten aus dem ländlichen Rumänien zeigend, rundete die Veranstaltung ab. (vm)

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