Umweltamt wird nach Baummassaker aktiv

In Mylau wurden die Kronen mehrerer Bäume gekappt, zur Verwunderung von Passanten. Das Landratsamt schließt einen Gesetzesverstoß ist nicht aus.

Mylau.

Die Untere Naturschutzbehörde hat Ermittlungen zu einer Baumfällung in Mylau aufgenommen: Anfang Juni wurden an der ehemaligen B 173 (jetzt S 299) zwischen Am Seifenbach und dem Garagenkomplex in Mylau die Kronen mehrerer Bäume entfernt. Das geschah mit brachialer Gewalt und unter Einsatz eines Kranes. Die Überreste ragten etwa drei Wochen in den Himmel. Alles, was abgeschnitten worden war, trocknete vor sich hin.

Auch jetzt liegen noch Überreste der Kronen am Boden. Autofahrer und Fußgänger rätseln, was es mit dem Baummassaker auf sich hat, da die Fällung in die Vegetationsperiode fiel. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfte ein solcher Eingriff in der Zeit von März bis Oktober nicht stattfinden, es sei denn, das Grundstück ist als Wald eingestuft oder hat eine gärtnerische Nutzung. Doch auch da sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Zum Beispiel dürfen keine Vögel in den Bäumen nisten. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung Reichenbach erklärte Stadtsprecherin Heike Keßler: "Das Baummassaker ist auf einem Privatgrundstück passiert. Wir haben keine Handhabe einzugreifen."

Die Untere Naturschutzbehörde hat den Hinweis aufgenommen. In einer Zwischenmitteilung erklärte Uwe Heinl, Pressesprecher des Landratsamtes: "Das Fachamt geht davon aus, dass ein Gesetzesverstoß nicht auszuschließen ist. Der Sachverhalt wird momentan geprüft." Zurzeit wird recherchiert, wer die Verursacher sind oder wer die Fällung veranlasst hat. "Wenn alle Fakten vorhanden sind, wird geprüft, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Weitere Aussagen sind derzeit nicht möglich", so der Pressesprecher. Da die Stadt Reichenbach keine Baumschutzsatzung hat, gelten hier das Bundesnaturschutzgesetz sowie das Sächsische Naturschutzgesetz.

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4Kommentare
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    Zeitungss
    07.08.2018

    Eine Bemerkung, was als Sommerloch gewertet wird, gab es gestern, ist aber leider am Ziel nicht angekommen, kommt gelegentlich vor.

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    Zeitungss
    05.08.2018

    Sommerlöcher sind in diesem Land nicht zeitlich fixiert, die kommen gelegentlich zu jeder Jahreszeit vor.

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    Tauchsieder
    05.08.2018

    Sommerloch, privates Recht ist es ihnen eigentlich zu warm "hokane"?
    Das wäre eigentlich die ureigenste Angelegenheit dieser Behörde sich um solche Angelegenheiten zu kümmern, da wünscht man sich eher mehr Engagement dieser Behörde, statt zu wenig.
    Verantwortlich ist in erster Linie die Kommune, ob Müllhalde, ob illegaler Baumschnitt. Die kann dann in Verbindung mit der UNB weitere Maßnahmen ergreifen.
    Das warme Wetter hinterlässt seine Spuren.

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    hokane
    04.08.2018

    Die Naturschutzbehörde hat scheinbar ein Sommerloch, wenn sie weiter nichts zu tun hat und sich in Private Angelegenheiten einmischen muss.
    Diese Behörde sollte sich mal lieber um die wilde Mülldeponie in Limbach kümmern die dort an der Plattenstrasse betrieben wird.
    Komisch auch, das angelegte Naturschutzflächen so verwahrlosen, das kein Nutzen davon mehr zu erkennen ist ( Ausgleichfläche Coschütz) und andere so intensiv genutz werden, das es schon Landwirtschaftlichen Charakter hat (Lehmgrube Limbach).



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