Venezulaner erobert Kochpokal

Norbert Rometsch, lange Jahre der Lehrmeister zahlreicher Köche in der Region, geht voller Zuversicht in Rente. Und er hat verraten, woran das liegt.

Plauen.

Ist das der Anfang? Die Kehrtwende? Der Sternquell-Pochpokal hat deutlich an Qualität zugelegt. Er gilt ein wenig auch als Wasserstandsmelder der Branche. Als Gewinner durfte sich Raxis José Patino Plaza aus Venezuela feiern lassen. Das Nachwuchstalent ist seit zwei Jahren Plauener und kocht im Best Western Hotel Am Straßberger Tor. Der 27-Jährige überzeugte mit seinem "Kreativen Herbstmenü" nicht nur die Experten-Jury, sondern auch die geladenen Gäste, die als Fachkundige oder Feinschmecker ebenso ihr Urteil mit einfließen lassen durften. Am Ende gab es drei Erstplatzierte und die drei anderen Finalisten landeten auf Platz vier!

Der bescheidene Sieger war vollkommen überrascht. Seine Ausbilder aber gestanden: "Dass unser Raxis José Patino Plaza wirklich eine Chance hat zu gewinnen, das haben wir gewusst. Dieser Junge kocht voller Leidenschaft", gratulierte Hoteldirektorin Christina Zetzsche. Restaurantleiterin Catherina Bayer und der stellvertretende Küchenchef Holm Bühring gehören zum Ausbilderteam des Vier-Sterne-Hauses. Bereits im Vorjahr hatte das Best Western mit Anna Knorre den Kochpokal der Plauener Brauerei gewonnen. Jetzt setzte Raxis José Patino Plaza noch eins drauf, wie Küchenmeister Norbert Rometsch von der Fördergesellschaft für berufliche Bildung urteilte: "Ich gehe in zwei Wochen voller Zuversicht in Rente. Und das, was wir heute Abend hier im Restaurant unseres Lehrhotels aufgetafelt bekamen, war wirklich exzellent", so das Urteil des Experten, der zum 26. Mal den Juryvorsitz inne hatte. Norbert Rometsch stellte fest, "dass wieder mehr junge Leute den Kochlöffel in die Hand nehmen und die Qualität der Auszubildenden langsam steigt." Viele im Saal zeigten sich überrascht. Doch nach dem vorzüglichen Drei-Gang-Menü gab es durchweg Zustimmung.

Raxis José Patino Plaza zauberte zunächst eine Steinpilzpüreesuppe mit Kümmelsahne an Käseknusperbrot auf die Tische. Ein Zungenschnalzer sollten seine Tranchen vom Schweinefilet mit Pflaumen-Speck-Füllung werden. Dazu gab es Kellerbiergnocchi und Karamellschwarzwurzel. Mit seinem Dessert (Armer Ritter auf Apfelkompott mit Eierlikörschaumsauce) machte der Venezuelaner die Sache rund. Nur ganz knapp dahinter folgten Jason-Lee Ansorge vom Bio-Seehotel Zeulenroda-Triebes und Louis Grützmann vom Ifa-Ferienpark Hohe Reuth in Schöneck. Die Viertplatzierten Jenny Kolbenschlag (Klinikum Obergöltzsch Rodewisch), Dustin Hollenbach (Fördergesellschaft Plauen) und Marcus Schröder (Bio-Seehotel Zeulenroda-Triebes) erhielten ebenso viel Beifall und Lob.

Gastgeberin Annett Schmidt als Geschäftsführerin der Fördergesellschaft für Berufliche Bildung Plauen-Vogtland wirkte rundum zufrieden - auch angesichts guter Kunde vom Sponsor: Die Sternquell-Brauerei hat in den vergangenen 25 Jahren weit über 90.000 Euro in den Kochwettbewerb und damit in die Förderung der jungen Köche investiert. Die vorherigen Geschäftsführer Peter Koch, Hans Haug und Jörg Sachse erachteten das als sinnvoll. Der neue Geschäftsführer Jan Gerbeth betonte nun: "Uns alle hier vereint die Liebe zur guten Gastronomie. Gutes Essen und ein gutes Bier, das gehört zusammen. Von daher werden wir diesen Wettbewerb auch in den nächsten Jahren fördern."

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Die Fachjury rekrutierte sich aus Küchenmeister Norbert Rometsch, Christian Huster (Ferienpark Hohe Reuth), Sven Peters (Bildungsstätte Jößnitz), Andrea Bräunel (Firma Christel Knoll) und Lutz Hertel (Küchenmeister).

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