Vermächtnis mit unglaublicher Energie gepflegt

Carl Palmer's ELP Legacy hat die Fans im "Bergkeller" begeistert. Das Trio spielte rau, ungestüm und voller Kraft.

Reichenbach.

Im Reichenbacher "Bergkeller" hat Carl Palmer's ELP Legacy am Donnerstagabend zum vierten Mal das Vermächtnis der einstigen Supergroup Emerson, Lake & Palmer (ELP) lebendig werden lassen. "Das war heute noch ein Stück besser als bei den Konzerten davor", hieß es aus den Reihen der Fans, die aus Berlin ebenso angereist waren wie aus Thüringen, Hof und Ostsachsen. "Carl ist heute unglaublich gut drauf. Er hat mich zur Begrüßung sogar umarmt", freute sich "Bergkeller"-Wirt Uwe Treitinger.

Nachdem sich die Besucher mit Steaks, Beefsteaks, Rostern und Schaschlik vom Grill und einem Getränk gestärkt hatten, ging es im "Wohnzimmer des Prog" los.

Schon bei den ersten Stücken war klar: Während bei den 1970 gegründeten Emerson, Lake & Palmer häufig Keyboards dominierten, ist das bei der ELP Legacy Carl Palmers Schlagzeug. Der 68-Jährige ist der letzte Überlebende, Keith Emerson und Greg Lake verstarben 2016. So kraftvoll, dynamisch, ja eruptiv wie Palmer trommelte, hätte er nicht besser zeigen können, wie fit und lebendig er ist. Schon zu Zeiten von ELP spielte er ein Schlagzeug der Firma Ludwig. Am Donnerstag ebenso, mit Drums aus hellblauem, durchsichtigen Acryl. Ihm zur Seite standen Paul Bielatowicz an der E-Gitarre, der seinem Instrument zum Teil mittels Expander Keyboardtöne entlockte, sowie Simon Fitzpatrick an Bass und Chapman Stick.

Der raue, ungestüme Stil, den das Trio den Stücken abgewann, erinnerte an die frühen ELP-Tage, als die Band noch nicht zu Hochglanz-Edelproggern avanciert war. Die filigranen und leisen Momente der ELP-Stücke mag mancher vermisst haben, ebenso den Gesang. So wurden die Anfangszeilen des ELP-Hits "Lucky Man" nur eingesprochen.

Der Bogen des Konzertes spannte sich von "Tank", und dem rockigen "Knife Edge" über "Trinitiy", "From The Beginning" und "Canario" bis zu einer Vollversion von "Tarkus". Von King Crimson, der Band, aus der Greg Lake stammte, gab es "21st Century Schizoid Man" zu hören. Als eine von zwei Zugaben erklatschten sich die Besucher "Fanfare For The Common Man" mit einem epischen, mitreißenden Drum-Solo des Meisters.

Carl Palmer kündigte den einen oder anderen Titel an, verzichtete auf jedes persönliche Wort und war nach dem kräfteraubenden Konzert sofort verschwunden, während seine Mitspieler mit den Technikern alles zusammenpackten. Gitarrist Paul Bielatowicz sagte der "Freien Presse": "Der Bergkeller ist für uns etwas Besonderes. So viele berühmte Musiker haben hier gespielt. Mit Carl bin ich seit 15 Jahren auf Tour, er hat eine unglaubliche Energie."

Martin "Maertel" Müller, Chef und Schlagzeuger der Band Blind Date aus Hof, der sich unter die Besucher gemischt hatte, meinte: "Ich bin begeistert. Carl ist 68. Das war schweinegut."

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