Viele Talente: Castingchef hat Qual der Wahl

Das Interesse der Vogtländer, sich bei einem Casting auszuprobieren, war groß. Eine 15-jährige Reichenbacherin überzeugte die Jury ganz besonders.

Reichenbach/Plauen.

Um eine Stunde verlängerte das Team der Ufa Talentbase Film- und TV Casting Show seine Talentsuche am Samstagnachmittag. 147 Bewerber betraten die Bühne im Erdgeschoss des Elster-Parks und gaben ihr Bestes. Und dennoch mussten einige Bewerber unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden, weil die Zeit von 12 bis 19 Uhr nicht ausreichte.

Die Tests waren unterschiedlich in Inhalt und Qualität. Gesang und Schauspiel wurden meist geboten, obwohl auch Moderatoren, Musiker, Comedians, Tänzer und Showkandidaten gefragt waren. Der Tumult vor der Bühne war groß, weil sich Angehörige oder Centerkunden an den Darbietungen der meist jungen Leute erfreuten.

Einer nach dem anderen ließ sich registrieren und fotografieren und betrat die kleine Bühne, auf der Produktionsleiter Otto Nitschke die Sache in die Hand nahm. So testete er beispielsweise die schauspielerischen Fähigkeiten von Christin Wagner aus dem Rodewischer Ortsteil Röthenbach. Die 27-jährige Industriekauffrau hatte vorher ein wenig Filmluft geschnuppert. "Ich war vor drei Monaten als Komparsin bei einer deutsch-tschechischen Filmproduktion", erzählte sie. "Das hat mir sehr gefallen. Schon als Kind bekam ich kleine Rollen beim Krippenspiel." Bei einer kleinen Partnerrolle mit dem Chef der Casting-Gruppe zeigte sie erst Verliebtheit, dann Wut, Enttäuschung und Verzweiflung. Nitschke war zufrieden.

Erst 15 Jahre alt, aber mit beachtlichem Selbstbewusstsein und einer sicheren Stimme war Emily Händel aus Treuen ausgestattet. Sie liebt Balladen und bot gleich drei davon. "Perfect" von Ed Sheeran gelang ihr am besten. "Ich finde, du kannst das noch besser. Sing es noch einmal." Sie sang, und es klappte besser. Später möchte sie Altenpflegerin werden und kann sich vorstellen, mit den älteren Leuten dann öfter zu singen. Nicht alles ging so glatt: Ein Weihnachtsmann trug zwar ein fesches Kostüm, doch sein Gesang vom Rentier Rudolph ging daneben.

Anders lief die Sache bei Chiara Kaiser aus Reichenbach. Die 15-jährige Gymnasiastin hätte man vom Casting auf die richtige Bühne schicken können. Sie spielte zwei völlig unterschiedliche Rollen so professionell, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht.

Erst ging es um Eifersucht und Trotz. Sie gab sich zornig und zickig und fauchte ihren Gegenüber, einen betrügerischen Kerl, lautstark an. Der absolute Höhepunkt war dann jedoch eine Spielszene, die ihr der Verantwortliche vorgab. "Stell dir vor, du sitzt am Bett deines sterbenden Opas. Wie verhältst du dich?" Was die Jugendliche dann ablieferte, war großes Kino. Sie sprach mit erstickter Stimme, weinte und flehte. Sie überzeugte den Juroren so sehr, dass er sie zum Schluss in die Arme nahm und sich bedankte. Der sagte nach der Veranstaltung: "Wir waren schon zum vierten Mal in Plauen und kommen immer wieder gern hierher." Ob jemand den Sprung auf die große Bühne geschafft hat, blieb am Samstag aber noch offen.

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