Vision für Göltzschtalbrücke nimmt wichtige Hürde

Fördermittel für ein Entwicklungskonzept - das klingt erst mal furchtbar dröge. Doch es ist der erste Schritt für ein Projekt mit Weltgeltung.

Reichenbach/Netzschkau.

Vielleicht sind es die jahrelangen Mühen der Ebene, die verhindern, dass Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) lauthals jubelt. "Der Fördermittelbescheid zum Entwicklungskonzept für die Göltzschtalbrücke ist jetzt da", bestätigt Purfürst eher abgeklärt den Eingang eines Briefs, den man im Netzschkauer und Reichenbacher Rathaus seit Monaten herbeigesehnt hatte: Das Landratsamt gibt Fördermittel für ein Konzept zur Entwicklung des Brückengeländes frei. Damit steht nun genug Geld für einen Masterplan zur Verfügung, wie man das Areal wachküssen kann. Das Ziel: Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt soll ein Touristenmagnet für das Vogtland und darüber hinaus werden.

In rund einem Jahr kann das Papier auf dem Tisch liegen. Schneller geht es nicht. Im Herbst werden die neu gewählten Stadträte von Netzschkau und Reichenbach - das Brückengelände liegt auf dem Gebiet beider Kommunen - das Konzept offiziell in Auftrag geben. Die Ausfertigung dann in den Wintermonaten anzugehen, wäre aber nicht sinnvoll. "Immerhin müssen für das Konzept Touristen befragt werden", so Bürgermeister Purfürst. "Die kommen aber nun einmal eher im Frühling und Sommer."


Einer der Kernpunkte ist der mögliche Bau eines Radwegs, der - über das Brückengelände führend - das sächsische und thüringische Vogtland miteinander verbinden soll. Für diesen macht sich unter anderem der Reichenbacher Landtagsabgeordnete Stephan Hösl (CDU) stark. Als in dieser Woche die Regierungen beider Bundesländer gemeinsam tagten, gelang es dem Abgeordneten offenbar, den Radweg auf die Tagesordnung zu hieven. Hösl: "Dass nun auch die Staatsregierungen von Sachsen und Thüringen das Vogtland als Tourismusregion ausbauen und die Bestrebungen der Akteure vor Ort unterstützen wollen, ist ein deutliches Bekenntnis sowohl zum ländlichen Raum an sich als auch zum Göltzschtalareal als touristisches Highlight."

Am Ziel sieht sich Hösl aber noch nicht. Damit aus der vogtländischen XXL-Backsteinbrücke auch wirklich ein Touristenmagnet der Superlative wird, stellt er sich hinter die Bestrebungen von Kunsthallenchef Frank Lorenz, die Göltzschtalbrücke zum Unesco-Welterbe erklären zu lassen. "Die Idee ist absolute spitze!", so Hösl. Allerdings brauche man dafür einen langen Atem. Die Montanregion Erzgebirge kämpfe schon rund 15 Jahre dafür. Aber auch die längste Reise beginne ja mit einem ersten Schritt. Aus Hösls Sicht ist der Fördermittelbescheid so ein Schritt.

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3Kommentare
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    Zeitungss
    25.06.2019

    Das Lied von Reinhard May kennt demnach niemand mehr, es war eine Anspielung auf die ausufernde Bürokratie in Deutschland.

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    Zeitungss
    24.06.2019

    Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars für die Nichtigkeitserklärung eines Durchschriftexemplars...….. . Dieses Lied gab es schon in den gebrauchten Ländern vor der Wende und hat an Bedeutung eher zugenommen. Die Finanzierung der "Berater" ist hoffentlich gesichert, welche den Schalter für die Erleuchtung der Verantwortlichen finden sollen. Wenn die Zahl 15 (Erzgebirge) schon einmal im Raum steht, sollte jeder wissen wo es endet. Es geht eben um Leuchttürme der etwas anderen Art.

  • 7
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    ellie
    23.06.2019

    Ein wunderbar ausdruckstarkes Foto. Klasse.



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