Vision von der coolsten Stadt Deutschlands treibt den OB an

Raphael Kürzinger steckt die Prioritäten für 2019 in Reichenbach ab - und verrät, was ihn 2018 besonders geärgert hat.

Reichenbach.

Drei große Herausforderungen sieht Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) in diesem Jahr.

Als erste davon benennt er das Superwahljahr mit der Europa- und Kommunalwahl am 26. Mai und der Landtagswahl am 1. September. Für den Reichenbacher Stadtrat sind 26 Sitze zu besetzen, auch für die Ortschaftsräte werden Männer und Frauen gesucht. "Ich hoffe, dass die Parteien und Vereinigungen geeignete Personen finden, die gemeinnützig im Ehrenamt tätig sein wollen, und bin gespannt, wie die Kandidatenlisten aussehen werden", sagt er. "Politik findet nicht bei Facebook statt, sondern im Ratssaal", lautet seine Maxime. Von den neuen Stadträten erwartet er, dass sie "parteiübergreifend das Wohl der Stadt im Blick" haben" und mit Vernunft statt mit Parteienzwist an die Sachthemen gehen.

Herausforderung Nummer 2 ist und bleibt die Schaffung des Kältekompetenzzentrums mit Ausbildung, Forschung und Prüfung in Reichenbach. "Im März soll der Zeitplan für das Gesamtvorhaben mit der Staatsregierung besprochen werden. Und in jedem Fall soll es noch 2019 auf dem alten Güterbahnhofsgelände den Spatenstich für das Prüfzentrum geben", blickt Kürzinger voraus. Ab Herbstsemester 2019 werde die BA Glauchau eine Ingenieursausbildung mit Vertiefungsrichtung Kälte anbieten. Für Aus- und Weiterbildung soll künftig die ehemalige Textilfachschule an der Klinkhardtstraße 30 nachgenutzt werden. Insgesamt koste das Vorhaben 20 bis 25 Millionen Euro. "Ein Projekt in diesem Umfang haben wir noch nicht vorangetrieben. Es ist unsere Vision. Am Ende wird Reichenbach zur coolsten Stadt Deutschlands", sagt der OB.

Knackpunkt Nummer 3 wird der Doppelhaushalt für 2019/20. Nach Einführung der kaufmännischen Buchführung, der Doppik, muss die Stadt Abschreibungen für alle Investitionen erarbeiten. "Instandhaltung und Instandsetzung werden in den Mittelpunkt rücken, während der Spielraum für Investitionen enger wird", so Kürzinger. Zu prüfen werde auch sein, wie die Stadt die rund 6 Millionen Euro, die sie pro Jahr für freiwillige Aufgaben ausgibt, künftig gegenfinanziert. Kürzinger hofft, dass der Freistaat Sachsen die Gemeindefinanzierung neu ordnet und den Kommunen, außerhalb aufwendiger Fördermittelanträge, mehr Geld zur Verfügung stellt. Ab 2021 sollen alle Kommunen zudem umsatzsteuerpflichtig werden; alle Leistungen und Gebühren seien dafür neu zu berechnen.

2018 hatte Kürzinger die Entwicklung von Eigenheimstandorten als einen Schwerpunkt genannt, um mehr Zuzug nach Reichenbach zu schaffen. Mittlerweile, so erklärte er am Donnerstag, seien rund 80 Bauplätze in Entwicklung oder Vorbereitung, auch auf privatem Grund. 42 davon in Reichenbach selbst, der Rest in den Ortsteilen Brunn, Rotschau und Friesen. Anfang Februar sollen die einzelnen Bauplätze auf der Internetseite der Stadt und anderen Portalen veröffentlicht werden.

Besonders geärgert habe ihn, 2018 mit der Ärzteversorgung nicht entscheidend weitergekommen zu sein. Der Versorgungsgrad von 86 Prozent sei nicht zufriedenstellend. Das geplante Hausarzt-Versorgungszentrum, das im Neubau der Woba am Solbrigplatz entstehen sollte, existiert nicht. Stattdessen zogen Bestandsärzte in den Neubau um. Das sei aber nicht die Intention gewesen. Aktuell sei noch eine Arztpraxis im Haus frei. Seit Übernahme durch die Porterhouse Group sei an der Paracelsus-Klinik Reichenbach eine Aufbruchstimmung spürbar. Im Januar wurde die Hausarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum der Klinik neu besetzt. Derweil suche die hausärztliche Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung an der Zwickauer Straße erneut nach einem Nachfolger, so der OB.

Zwei Veranstaltungen versprechen, in diesem Jahr in Reichenbach zum Hit zu werden. Zum einen die zweite Kleine Gartenschau vom 29. Juni bis 7. Juli zehn Jahre nach der Landesgartenschau, zum anderen das internationale Ibug-Festival für urbane Kunst vom 23. August bis 1. September.

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