Vogtlandnetz wird später auf Prüfstand gestellt

Corona-Einschränkungen erschweren Einschätzung der ersten Fahrplan-Saison

Auerbach.

Die für Ende 2020 geplante Evaluierung des neuen Vogtlandnetzes 2019+ wird verschoben. Das hat Landrat Rolf Keil (CDU), zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ÖPNV) diese Woche am Rande der ÖPNV-Verbandsversammlung in Auerbach erklärt.

Zur Begründung verwies Keil auf den bisherigen Verlauf des Fahrplan-Jahres 2019/20, insbesondere die Einschränkungen im Nahverkehr durch die Coronapandemie. "Ein Überprüfung nach Ablauf des ersten Fahrplanjahres im Herbst, so wie das ursprünglich geplant war, würde kein realistisches Bild ergeben", begründete der ÖPNV-Verbandschef die Verschiebung.

Das auf der Vernetzung von Bus und Bahn aufgebaute Vogtlandnetz 2019+ war nach über zweijähriger Planungs- und Vorbereitungszeit am 13. Oktober gestartet worden. Zwei Wochen später folgte die Aufnahme des Schülerverkehrs, ebenfalls nach einem neuen Fahrplan. Wichtige Bestandteile des Vogtlandnetz-Fahrplanes sind die Einführung vom Plus- und Takt-Bus-Linien, die eng miteinander verzahnt zu festen Zeiten verkehren. Ergänzt wird dieses Liniennetz durch Stadtbuslinien sowie Angebote wie den Rufbus und den Bürgerbus.

Eine Anlaufphase, in der sich die Nutzer des ÖPNV auf das neue, teils gewöhnungsbedürftige System einstellen konnten, war von den Verkehrsplanern von vornherein einkalkuliert worden. Doch im Frühjahr kam mit der Coronapandemie nicht nur das öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand, auch der öffentliche Nahverkehr wurde heruntergefahren oder von Kunden gemieden, weil die befürchteten, sich mit dem Virus anzustecken.

Seit Mai fahren die meisten Busse und Bahnen im Vogtland wieder im Normalbetrieb. "Die Rückkehr zum Alltag wird von immer mehr Fahrgäste geschätzt", hofft Verkehrsverbund-Geschäftsführer Michael Barth auf wachsenden Zuspruch in den kommenden Monaten.

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