Volksfestplatz: Stadt prüft Abspecken der Baupläne

Linken-Stadtrat Höllrich regt dagegen Blühwiesen und Obstbäume an

Reichenbach.

Nach dem Aus für den Bebauungsplan "Wohnen am Stadtpark" will sich die Stadt Reichenbach nicht ganz von der Idee verabschieden, auf dem Oberen Volksfestplatz Eigenheimbauplätze anzubieten.

"Es ist auch zu prüfen, ob möglicherweise eine Verkleinerung des Gebietes sinnvoll ist, ob im Zuge der Straßenbauarbeiten die äußere Erschließung des Baugebietes verbessert werden kann und die Grundstücke, zirka sechs bis sieben, am Rand des Platzes in Richtung Stadtpark entlang der Agnes-Löscher-Straße bebaut werden können", hieß es gestern von Stadtsprecherin Heike Keßler. Dieses Vorhaben könnte die Stadt in Eigenregie realisieren. Grund und Boden sind weiter in Hand der Stadt. Der Verkauf an den Investor Hoch- und Tiefbau Reichenbach war zwar im Stadtrat beschlossen, aber noch nicht abgewickelt worden, da das Baurecht noch nicht abschließend geklärt war.


Nach der zweimaligen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplanverfahren "Wohnen am Stadtpark" hatten sich die nicht gesicherte äußere Erschließung des Baugebietes und Herausforderungen des Baugrundes als Schwerpunkte herauskristallisiert. Ende März habe der Investor signalisiert, "dass sich die damit entstehenden Erschließungskosten wirtschaftlich nicht darstellen lassen". Die durchschnittlichen Kaufpreise für erschlossenes Bauland betragen in Reichenbach 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter, erklärt die Stadtverwaltung. Bei der Erschließung des Oberen Volksfestplatzes würden die Kosten deutlich darüber liegen. Die Stadt bleibt letztlich auf den rund 20.000 Euro Kosten für das umfangreiche Baugrundgutachten sitzen.

Als Gründe für das Scheitern des Baugebietes benannte gestern Linken-Stadtrat Thomas Höllrich, der zugleich ehrenamtlicher 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist, den Baugrund und die Anschlussbedingungen. Es gebe Flächen, die bessere Bedingungen aufweisen oder sich preiswerter ertüchtigen lassen, zum Beispiel am Ruppelteweg. Der obere und untere Volksfestplatz sollten "zu Blühwiesen umgestaltet werden". "Das ist preiswert und pflegeleicht und passt gut zum Stadtpark", findet Höllrich. Es könnten auch Obstbäume, am besten alte Sorten, angepflanzt werden. Höllrich sprach sich jedoch gegen Grillplätze und sonstiges Erlebnisequipment aus. "Das führt nur zur Vermüllung."

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