Vor 110 Jahren gab es elektrisches Licht für die Reichenbacher

Mit dem Bau eines städtischen Elektrizitätswerkes in der Dammsteinsenke begann vor 110 Jahren eine neue Ära. Die letzte Gaslaterne erlosch erst 1966.

Reichenbach.

Heute vor 110 Jahren, am 15. Juni 1909 ,war es soweit: Die Reichenbacher bekamen elektrisches Licht, nachdem 30.000 Meter Erdkabel für das Ortsnetz und die Hausanschlüsse verlegt worden waren. Erstmals war der Marktplatz mit elektrischen Lampen hell beleuchtet. Auch die umliegenden Häuser bekamen elektrisches Licht. Zuvor gab es die Gasbeleuchtung seit dem 15. Dezember 1859.

Im Sommer 1907 ging das Gaswerk in städtischen Besitz über und der Gasbeleuchtungs-Aktienverein beendete seine Tätigkeit. Damit war der Weg frei für den Bau eines städtischen Elektrizitätswerkes. Denn bereits seit 1898 lagen Angebote für ein Elektrizitätswerk durch die Firma Siemens vor. Mit der Industrialisierung wurde die Forderung nach der Elektrizität immer lauter. Die Eisenbahn verfügte 1902 auf dem Oberen Bahnhof in Reichenbach bereits über ein eigenes E-Werk, das aber nicht für die Versorgung der Stadt ausreichte. Auf Initiative von Oberbürgermeister Wilhelm Polster wurde im Juni 1908 nach einer dreistündigen Debatte im Stadtrat der Bau eines städtischen Elektrizitätswerkes beschlossen.


Das Areal des 1904 stillgelegten Steinbruchs in der Dammsteinsenke erwies sich als verkehrsgünstig für den Bau. Wichtig für die Entscheidung war die Lage an der Bahnnebenstrecke vom Oberen Bahnhof nach Mylau für den Antransport der benötigten Steinkohle.

Auf dem Grundstück wurden ein Gebäude für die Dampfturbine mit einem 75 Meter hohen Schornstein und vier Kühltürme sowie ein Kühlteich errichtet. Ende 1909 war die elektrische Energie im gesamten Stadtgebiet verfügbar. Die Gaslaternen für die Straßenbeleuchtung hatten aber noch lange Bestand. Erst 1966 wurde die letzte dieser Art abgeschaltet. Die städtische Eigenerzeugung von Elektrizität endete im Oktober 1969, da die technischen Anlagen verschlissen waren und auch die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war.

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