Wade Fernandez bietet musikalische Botschaften

Einem waschechten Indianer kann man hin und wieder in der Kräutergärtnerei Sagan begegnen. Dort macht er nicht nur Musik.

Brockau.

Die Lebensphilosophie des Indianers Wade Fernandez aus Wisconsin und die von Familie Sagan in Brockau haben etwas gemeinsam: Beide lieben Pflanzen und betrachten sie als Lebensgrundlage und gehen achtsam damit um. Das wird bei den Besuchen des Menominee-Indianers in der Kräutergärtnerei deutlich.

Mit Blick auf die Kräuterbündel, die an der Holzbalkendecke befestigt sind, sagte Fernandez beim jüngsten Besuch: "Ich finde die Raumdekoration toll. Pflanzen sind Lebewesen, denen wir viel verdanken. Sie ernähren uns, sie sorgen für uns und sie dienen als Medizin." Der Raum strahle dadurch eine besondere Atmosphäre aus. Er forderte die Menschen auf, mit denen er in der Kräutergärtnerei zusammentraf: "Wir sollten die Schönheit erhalten und mit anderen teilen, sie steckt nicht nur im Menschen, sondern auch in anderen Lebewesen und Pflanzen. Nehmen Sie das gute Gefühl mit." Hausherr Rüdiger Sagan sagte über Fernandez und seine Begleiterin: "Die beiden strahlen eine Fröhlichkeit und Herzlichkeit aus, das ist einfach ansteckend."

Fernandez und seine musikalische Partnerin waren auf Vermittlung von Jana Färber im Vogtland zu Besuch. Sie hatte 2006 die ersten Konzerte mit Fernandez und Mitch Walking Elk organisiert und ist seitdem mit dem Geschichtenerzähler, Singer, Songwriter, Gitarrist und Flötenspielspieler befreundet. Im November 2012 war Fernandez schon einmal zu einem Konzert in der Region, damals in Schönbrunn auf Einladung des Vereins "Arbeitskreis Indianer heute". Nun hatte Fernandez als Überraschung Kelly Jackson mitgebracht, eine Indianerin aus Wisconsin. Mit ihr trat er schon häufiger auf. Aus der Zusammenarbeit gingen gemeinsame Lieder hervor. Die Songs erzählen nicht von der Indianerromantik, die in Karl-May-Büchern oder manchen Indianerfilmen vorgegaukelt wird. Sie erzählen von Sehnsucht, bitteren Erfahrungen, Unterdrückung und Ausgrenzung oder einem zehnjährigen Jungen, der viel zu zeitig starb, der Welt aber einiges an wichtigen Botschaften hinterlassen hat. Das Lied "Ich will nicht gehen" handelt von kleinen Kindern, die in Internate gesteckt werden, damit sie ihre indianische Kultur vergessen. Die beiden Musiker haben es zusammen geschrieben.

Fernandez und seine musikalische Partnerin Kelly Jackson wollen im Herbst wieder nach Deutschland kommen. Neben Konzerten bieten sie auch Projekte mit Schülern an, bei denen sie vom Leben der Indianer in der Reservation erzählen. Die Musikerin hat dann ihre erste CD im Gepäck. "Ich kann mir gut vorstellen, auch in Schulen hier in der Region zu gehen", erklärte der Künstler.

Kontakt Wer die Künstler zu einem Konzert, Vortrag oder Workshop einladen will, kann sich an Jana Färber unter Telefonruf 0177 2966 816 wenden.

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