Was tun, wenn ein Windrad brennt?

Die Netzschkauer Feuerwehrleute erfuhren, wie sie moderne elektrische Anlagen löschen können. Ein Tipp stand im Vordergrund.

Netzschkau.

Die Freiwillige Feuerwehr Netzschkau hat sich bei ihrer jüngsten Schulung mit dem Thema "Brandbekämpfung und Hilfeleistung bei elektrischen Anlagen" beschäftigt. Dazu hielt Mario Strobel von der Mitteldeutschen Gesellschaft Strom (Mitnetz) einen Vortrag. Außerdem hatte er ein Elektrofahrzeug mitgebracht, an dem er die theoretischen Aussagen demonstrieren konnte.

Das Unternehmen bietet solche Schulungen vor allem aufgrund zunehmender Elektro-Mobilität und Windrad-Dichte an. Der Mitnetz-Mitarbeiter sprach zu Risiken und Gefahren im Umgang mit Strom. Dabei erwähnte er neben Elektroautos auch Umspannwerke und Trafostationen, Hochspannungsleitungen, Windräder, Photovoltaikanlagen oder Elektroanschlüsse in Gebäuden. Strobel gab den Tipp, stets auf Selbstschutz zu achten und einen Fachmann hinzuziehen, damit zuerst der Strom abgeschaltet wird. Oft helfe ohnehin nur kontrolliertes Abbrennen. "Die Rettungsleitstellen sind über die Bereitschaftsdienste informiert und wissen, wer zu informieren ist. Deshalb sollten Sie sich immer zuerst an die Leitstelle wenden", erklärte er, verhehlte aber auch nicht, dass es Feuerwehren gibt, die über Experten in Sachen Elektrotechnik verfügen und bereit sind, diese einzusetzen.

Zwar gibt es in Netzschkau kein Windrad, nur wenige größere Photovoltaik-Anlagen und nicht so viele Elektroautos, trotzdem stand diese Schulung auf der Wunschliste der Kameraden. "Bei den Sachen, die man öfter hat, kennen wir uns gut aus. Da sitzt jeder Handgriff. Mit Strom in Haushalten kommen wir auch zurecht. Aber die anderen Dinge kommen nicht so häufig vor, deshalb ist so eine Schulung sinnvoll", sagte mit Mirko Schmidt der Netzschkauer Wehrleiter. Zwar stehe das Thema auch beim Grundlehrgang und bei Gruppenführerlehrgängen auf dem Plan und theoretisch sollte jeder die Sicherheitsabstände und seine Aufgaben bei Bränden mit Elektroenergie kennen, aber trotzdem passieren vermeidbare Fehler, zum Beispiel, wenn es um die Rettung von Personen geht.

Die Netzschkauer Feuerwehr wurde vor zwei Jahren mit einem Tablet-Kleincomputer ausgestattet. Damit kann man Kennzeichen scannen und bekommt die Rettungskarte mit Trennstellen für den Strom angezeigt. "Sofern man Internet hat", kam als Einwurf von den Feuerwehrleuten, die damit die noch hinter den Anforderungen herhinkende Internet-Ausstattung einiger Regionen kritisierten. Zwar sollten sich solche Rettungskarten auch im Fahrzeug befinden, doch wenn es brennt, kann es schwierig werden, sie gefahrlos zu erreichen. Am Mitnetz-Fahrzeug wurden die Möglichkeiten des Tablets getestet.

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