Werner Rabe gelingt der Königsschuss in Neumark

Der Vereinschef der Schützen ist nun auch Majestät für ein Jahr. Es gab jedoch noch weitere Anlässe zum Feiern.

Neumark.

Der Vereinsvorsitzende des Neumarker Schützenvereins 1865 hatte am Samstag drei Zahlen parat: 153 Jahre Schützenverein, 26. Schützenfest, 25 Jahre Fahnenweihe. Bis auf letzteres sind das keine runden Jubiläen. Gründe zum Feiern gibt es trotzdem, so wie jedes Jahr am zweiten Samstag im September.

Wie stets wurde der neue Schützenkönig vorgestellt. Dabei hagelte es noch mehr Zahlen. Vereinschef Werner Rabe meinte, nachdem sein Sieg verkündet worden war: "Nach 26 Jahren Probe hat es endlich geklappt, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn." Der Sieg gelang ihm 86 Jahre nach seinem Vater Alfred Rabe, der 1932 Schützenkönig in seinem Heimatverein Nassau im Erzgebirge wurde. Der Neumarker Schützenkönig des Vorjahrs, Jens Schnell, übergab die Schützenkette an seinen Vereinschef, der sie jetzt ein Jahr lang hüten muss und bei besonderen Anlässen tragen darf.

Auf dem zweiten Platz schoss sich Martin Vogel. Dritter wurde Christian Lindner. Die Neumarker haben wie jeder Schützenverein einen eigenen Modus für ihr Königsschießen. Nach drei Schuss Probe folgt der Königsschuss freistehend mit Kleinkaliberwaffe auf 50 Meter Distanz. Allerdings wird nicht direkt auf die Scheibe geschossen, die in diesem Jahr von Martin Schulze gestiftet wurde. Die Einschüsse werden später auf die Holzscheibe übertragen. 37 der 57 Vereinsmitglieder haben am diesjährigen Königsschießen teilgenommen.

Der Schützenverein wurde am 22. Februar 1991 von 17 Männern gegründet. Inzwischen gehören ihm auch erfolgreiche Schützinnen an. Die Weihe der neuen Vereinsfahne war 1993. Allerdings existiert noch die ältere Fahne eines Vorgängervereins. Sie wurde 1892 für die 1878 gegründete Schützengesellschaft in Oberneumark angefertigt. Damals gab es zwei Schützenvereine in Neumark. 423 Mark hat sie gekostet, wie im Kassenbuch steht, also richtig viel Geld für die damalige Zeit. Für 400 Euro kam sie nach der Ersteigerung zu den Neumarker Schützen zurück. Auch heute sind Fahnen nicht preiswerter. Mehrere Tausend Euro werden dafür hingeblättert.

Die Besucher des Schützenfestes erlebten mit dem Vollmershainer Schalmeienverein die Hauskapelle des Vereins. Zum Schützenball sorgte die Neumarker Mobildisko Soundlight für musikalische Unterhaltung. Über Beamer und Leinwand wurden nonstop Bilder von früheren Höhepunkten des Vereinslebens gezeigt, darunter auch von der Fahnenweihe und vergangenen Schützenfesten. Vertretungen von zehn anderen Schützenvereine aus Vogtland und der angrenzenden Region haben teilgenommen, darunter Vereine, die auf der Neumarker Bahn trainieren.

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