Willkür in China lässt Vogtländer nicht kalt

Falun-Gong-Gruppe sammelt Unterschriften für Petition an Bundestag

Reichenbach/Plauen.

Mitglieder der Falun-Gong-Gruppe Vogtland haben am Samstag am Tunnel in Plauen 150 Unterschriften für eine Petition an den Deutschen Bundestag gesammelt und rund 250 Infoblätter verteilt. Die Petition setzt sich dafür ein, dass der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, mit dem Menschenrechtsverletzern aus aller Welt die Einreise verweigert und ihr Vermögen eingefroren werden kann.

Die USA hatten 2016 mit dem Global Magnitsky Act ein solches Gesetz beschlossen. Es basiert auf einer Regelung von 2012 gegen russische Amtsträger, die für den Tod des russischen Steuerberaters Sergei Magnitski 2009 verantwortlich gemacht wurden. Das Europaparlament hat im März 2019 die EU Mitgliedsstaaten aufgefordert, entsprechende Gesetze zu verabschieden.

Die jetzt angestoßene Petition versteht sich als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen in China. "Das brutale Vorgehen gegen die friedlichen Proteste in Hongkong ist uns allen noch vor Augen", sagt Heidemarie Stepanek von der Falun-Gong-Gruppe Vogtland. Doch von der Kommunistischen Partei Chinas würden Millionen Menschen verfolgt: Uiguren, Tibeter, Christen. Wegen des Ausübens ihrer friedlichen Meditationspraktik werden auch Falun-Gong-Anhänger seit 1999 eingesperrt, gefoltert, getötet oder der Organe beraubt.

Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, gilt als Variante des Qigong, sprich der traditionellen chinesischen Übungen zur Kultivierung von Körper und Geist. Die Vogtland-Gruppe zählt ein Dutzend Mitglieder. Am Tunnel in Plauen habe die Gruppe von 10 bis 17 Uhr Unterschriften gesammelt. Der Sturm zerlegte dabei den alten olivgrünen Pavillon. "Aber wir wollten ohnehin einen neuen. Einen gelben. Der kommt im Januar", sagt Stepanek.

Die Petition ist übrigens unter Nummer 99914 auf der Internetseite des Petitionsausschusses gelistet. Noch bis zum 30. Dezember 2019 kann man sie dort mitzeichnen. Ziel sind 50.000 Unterschriften. Bis Dienstagnachmittag gab es gerade einmal 850 Online-Mitzeichner.

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