Agricola-Denkmal: SPD macht mit ihrem Vorschlag Ernst

Vom Bahnhofspark in die Innenstadt - Glauchaus berühmter Sohn soll den Platz wechseln. Damit bekommt die umstrittene Idee von der Umsetzung eine andere Dimension.

Glauchau.

Der Umgang der Stadt Glauchau mit ihrem großen Sohn Georgius Agricola treibt Helga Scheurer um. Und nachdem sie in der "Freien Presse" darüber gelesen hatte, welches bescheidene Programm im kommenden Jahr zum 525. Geburtstag Agricolas in der Stadt geplant ist, sah sich die Fraktionsvorsitzende der SPD im Glauchau Stadtrat veranlasst, gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen und anderen Stadträten einen Antrag zu stellen, das Denkmal des 1494 in Glauchau geborenen Agricola vom Bahnhofspark in die Innenstadt zu versetzen. Über den Antrag soll am Donnerstagabend der Stadtrat entschieden.

"Die Stadtverwaltung möge nach Mitteln und Wegen suchen, das Denkmal in die Innenstadt zu bringen", sagt Helga Scheurer. Die SPD halte als künftigen Standort den Schlossvorplatz für sinnvoll. Und auch über den Termin gibt es erste Vorstellungen: Zum 525. Geburtstag am 24. März 2019 könnte eine solche Wiedereinweihung erfolgen, schlagen die Sozialdemokraten vor. Notfalls wäre auch ein späterer Zeitpunkt im Jubiläumsjahr denkbar, etwa im August, wenn die Georgius-Agricola-Gesellschaft ihre Jahrestagung in Glauchau abhält oder zum Todestags des Renaissance-Gelehrten im November. Die Ausgestaltung einer kleinen Einweihungsfeier würde die SPD übernehmen.


Die Idee der SPD ist nicht neu. Bereits vor ein paar Jahren gab es einen solchen Vorstoß, der aber nie umgesetzt wurde. Als Helga Scheurer vor knapp vier Wochen die Idee während der Haushaltsdiskussion in der Stadtratssitzung wiederholte, erntete sie im Internet Kritik. Stadtrat Stephan Wusowski (Freie Wähler), der die Facebook-Seite "Glauchau City" betreibt, hatte sich mit einer Serie von Fotomontagen über die Idee lustig gemacht. "Ich war darüber sehr entsetzt", sagt Helga Scheurer, wollte sich aber auf die darauffolgende Facebook-Diskussion nicht einlassen. Stattdessen gibt sie der Idee mehr kommunalpolitisches Gewicht, indem sie einen Antrag formulierte, über den das Gremium entscheiden muss.

Jede Fraktion im Glauchauer Stadtrat darf Anträge stellen. Voraussetzung, dass der Antrag sofort behandelt wird, sind sechs Unterschriften. Andernfalls entscheidet der Rat, ob der Antrag überhaupt behandelt wird.

Im konkreten Fall haben, weil die SPD-Fraktion nur aus vier Stadträten besteht, auch Räte den Antrag unterschrieben, die nicht zur SPD-Fraktion gehören. Andreas Weber zum Beispiel, er ist der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Stadtrat.

Ein Problem damit, dass sich sein Fraktionskollege Stephan Wusowski derart gegen den Vorschlag ausspricht, hat Weber nicht. "Wir sind ja nicht gleichgeschaltet, sondern jeder hat seine Meinung und kann sie vertreten", sagt er. Weber selbst habe den Antrag unterschrieben, weil es aus seiner Sicht um die Machbarkeit geht, das Denkmal umzusetzen.

Der FDP-Stadtrat Nico Tippelt hatte den Glauchauer Schlossvorplatz ebenfalls als neuen Standort ins Gespräch gebracht. Das Schloss ist das einzige Gebäude, das schon zu Lebzeiten Agricolas stand.

"Ich habe die Diskussion bei "Glauchau City" verfolgt, bei der es ja auch um die Kosten und Steuergelder ging", sagt er. Aus seiner Sicht sei eine Spendenaktion oder ein Sponsoring sinnvoll, um das Vorhaben zu realisieren.

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