Autozulieferer schafft in Meerane mehr als 70 Arbeitsplätze

Im neuen Logistikzentrum der Firma Leoni werden Bordnetze für die Produktion der E-Autos im VW-Werk aufbereitet. Im Januar soll's losgehen.

Meerane.

Nachdem der Autositzhersteller Adient seine neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau eingeweiht hat und der scharfe Start für Anfang November vorgesehen ist, will auch die Firma Leoni am 1. Januar kommenden Jahres in ihrer neuen Halle durchstarten. Der Anbieter von Produkten für das sogenannte Energie- und Datenmanagement in der Automobilbranche hat wiederum das Logistikunternehmen BLG beauftragt, in der etwa 6500 Quadratmeter großen Halle ein Logistikzentrum mit einem automatischen Kleinteilelager einzurichten. Dort werden die angelieferten Bordnetze für die Produktion des Elektroautos ID.3 im VW-Werk Mosel umgepackt. Dafür will der weltweit tätige Logistiker bis zur Endausbaustufe am Standort in Meerane mehr als 70 Arbeitsplätze schaffen.

"Wir gehen davon aus, dass im April bereits mehr als 50 Mitarbeiter im Drei-Schicht-System in der Logistikhalle beschäftigt sein werden", so Michael John, der in seiner Funktion als Leiter Betriebe Ost in Leipzig sitzt. Denn BLG erledigt auch einen Teil der Logistik für das BMW-Werk in der Messestadt. Wie Matthias Pfeiffer, der den BLG-Standort in Meerane künftig leitet, ergänzte, soll das Logistikzentrum schrittweise in Betrieb genommen werden. "Einige neue Mitarbeiter konnten wir schon einstellen", erklärte der 38-Jährige. Gleichwohl brauche das Unternehmen noch weitere qualifizierte Mitarbeiter als Techniker, Schicht- und Teamleiter sowie Staplerfahrer. Aber auch Quereinsteiger, die als Kommissionierer zum Einsatz kommen können, seien willkommen.

Laut Prokurist John teilt sich der Logistiker die Halle mit der ebenfalls international agierenden Firma SAS Autosystemtechnik, die vor allem Cockpits für Fahrzeuge liefert. Zwischen beiden Firmen werde es eine Zusammenarbeit geben. Wie Standortleiter Pfeiffer hinzufügte, handelt es sich beim Aufbau des automatischen Kleinteilelagers um eine Millioneninvestition. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Übergeben worden sei die Halle an BLG am 1. Oktober. Seither laufen die Arbeiten zum Einrichten der Arbeitsplätze. Meerane ist damit der zweite sächsische Standort für den Logistiker. "Meerane passt gut in unsere Wachstumsstrategie", fasste John zusammen.

Errichtet wurde die Halle im Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau von Metawerk. Das Unternehmen hat sich auf den Aufbau von Industrie- und Logistikparks spezialisiert. Projektentwicklung, Investition und Vermietung würden aus einer Hand erfolgen, betonte Cathleen Frost, Leiterin Strategie und Entwicklung bei Metawerk in Zwickau. Das sei auch auf dem 65 Hektar großen Areal entlang der A 4 und B 93 in Meerane nicht anders, wo am Ende 1500 neue Jobs geschaffen werden sollen. Anders als bei Kommunen, bei denen Zuschnitt und Vermarktung der Flächen im Vordergrund stehen, läuft es bei Metawerk anders: "Wir haben den konkreten Vertrag mit dem jeweiligen Mieter vor Augen", erklärte Michael Müller, Mitglied des Vorstandes bei Metawerk. Auch Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) ist froh über die Ansiedlungen: "Firmen sind Partner, sie schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern", so der Bürgermeister.

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