Begabte Schüler zu Gast in Waldenburg

Derzeit forschen und musizieren 93 neugierige Oberschüler aus dem gesamten Bundesgebiet am Eurogymnasium in Waldenburg.

Waldenburg.

Die Gymnasialschüler Golzar Falatoon-Zadleh aus Düsseldorf, Ruth Eikenberg aus Paderborn und Leo Jakob aus Bad Hombach haben eines gemeinsam - sie lernen in den Sommerferien. Und das freiwillig. Für zweieinhalb Wochen sind sie zusammen mit 90 weiteren Oberstufenschülern aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Waldenburg an das Europäische Gymnasium gereist, um an der Deutschen Schülerakademie teilzunehmen. Wie auch schon im Vorjahr trifft sich der besonders begabte Nachwuchs derzeit in der Töpferstadt, etwa um sich mit Boolescher Algebra, Neuronen in der Computertechnik oder Strahlentherapie bei Tumorerkrankungen näher zu beschäftigen.

Die Plätze an der Akademie sind begehrt. "Bei uns gehen jedes Jahr mehr Bewerbungen ein, als wir Plätze haben", sagt Hartmut Rosa. Der 53-jährige Professor für Soziologie engagiert sich seit 22 Jahren als Akademieleiter. Die Rückmeldungen von den Schüler bestärken ihn jedes Mal aufs Neue in seiner Arbeit. "Viele ehemalige Teilnehmer haben mir gesagt, dass es für sie die schönsten zweieinhalb Wochen ihres Lebens waren", sagt Rosa.


Der Organisator ist vom Europäischen Gymnasium in Waldenburg als Gastgeber angetan. "Wir waren mit unserer Schülerakademie schon an vielen Schulstandorten, aber das Team des Europäische Gymnasiums sticht durch seine Hilfsbereitschaft und seinen Einsatz hervor. Wir fühlen uns in Waldenburg sehr willkommen", sagt der Soziologe.

Die sechs angebotenen Kurse seien, laut Rosa, auf Universitätsniveau. Golzar Falatoon-Zadleh, Ruth Eikenberg und Leo Jakob beschäftigen sich mit weiteren 12 Teilnehmern in dem Kurs "Journalismus in Zeiten von Fake News" mit der Medienwelt von morgen. Die drei wissbegierigen Jugendlichen nehmen zum ersten Mal an der Akademie teil und sind von dem Konzept und ihren Kursleitern begeistert. Die 17-jährige Golzar Falatoon-Zadleh, die sich in ihrer Freizeit für eine Schülerzeitung engagiert, ist der Ansicht, dass Schule genauso wie die Deutsche Schülerakademie funktionieren sollte. "Hier gibt es keinen langweiligen Frontalunterricht und unsere Kursleiter gehen auf unsere Wünsche ein", erklärt die Düsseldorferin. Ihre Kommilitonin Ruth Eikenberg, die später im Medienbereich arbeiten möchte, ist der gleichen Meinung. "Anders als in der Schule bleibt in der Schülerakademie viel Zeit, sich einem Spezialgebiet intensiv zu widmen." Leo Jakob, der später einmal Journalismus studieren möchte, schätzt wiederum die lockere Atmosphäre. "Man ist mit den Betreuern per du. Hier gibt es keine Hierarchiegedanken", sagt der Oberstufenschüler.

Einen interessanten Einblick in den Alltag eines Journalisten erhalten die 17-jährigen Jugendlichen von Christoph Rosenthal und Henrick Oerding. Oerding, der unter anderem für die die "Süddeutsche Zeitung" arbeitet, nahm selbst vor neun Jahren an der Akademie teil. "Das war eine großartige Erfahrung. Das wollte ich weitergeben", so der 27-jährige. Sein Kollege Rosenthal, der fünf Jahre lang als Autor für das politische ARD-Magazin "Kontraste" tätig war, ist von seinen jungen Kursteilnehmern beeindruckt. "Die Jugendlichen sind wahnsinnig motiviert und haben Spaß am diskutieren. Die Ideen sprudeln nur so bei den Schülern", sagt der 31-Jährige.

Für die Schülerakademie vorgeschlagen wurden die Schüler von ihren Schulen. Wichtig seien nicht nur gute Leistungen in der Schule, sagt der Organisator. Entscheidend sei, dass die Schüler eine hohe Motivation haben, breit interessiert sind und sich neben der Schule auch anderweitig engagieren. Die Akademie ist Teil des Begabtenförderprogramms des Bundes und der Länder.

Zum Abschluss der Akademie gibt es am 1. August um 20 Uhr in der Kirche St. Bartholomäus in der August-Bebel-Straße 2 ein

Konzert, bei dem die Jugendlichen ihre gemeinsam einstudierten Musikstücke öffentlich aufführen.

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