"Beim Hochwasserschutz stagniert es unverändert"

Der wiedergewählte Ortsvorsteher von Niederlungwitz über das Dauerproblem und neue Vorhaben im Ort

Niederlungwitz.

Uwe Wanitschka ist der dienstälteste Ortsvorsteher. Er wurde nach der Kommunalwahl im Maivom Ortschaftsrat wieder in die Position gewählt. Stefan Stolp hat mit ihm über die aktuelle Lage gesprochen.

Freie Presse: Herr Wanitschka, seit 1987 leiten Sie die Geschicke in Niederlungwitz und haben jetzt eine weitere Legislaturperiode als Ortsvorsteher begonnen. Was ist Ihre Motivation?

Uwe Wanitschka: Zunächst mal habe ich es vom Wahlergebnis am 26. Mai abhängig gemacht. Die 533 Stimmen, die ich zur Ortschaftsratswahl bekommen hatte, überzeugten mich, mich auch zur Wahl zum Ortsvorsteher zu stellen. Zweitens habe ich den Ehrgeiz, zumindest den Beginn des zweiten Bauabschnitts für den Hochwasserschutz am Lungwitzbach als Ortsvorsteher zu erleben.

Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?

Beim Hochwasserschutz stagniert es unverändert. Die Pläne sind noch immer nicht ausgelegt, obwohl uns zur Beratung mit Vertretern des Freistaates und der Landestalsperrenverwaltung der Juni als Auslegungstermin genannt wurde. Aber es herrscht weiter Schweigen im Walde, was für uns und die meisten Anwohner unbefriedigend ist.

Möglicherweise müssen Sie noch eine weitere Legislaturperiode als Ortsvorsteher absolvieren, um den Baubeginn zu erleben.

Warten wir mal ab.

Seit dem Hochwasser 2013 sind im Ort zahlreiche Schadensbeseitigungsmaßnahmen erfolgt. Wie sind Sie damit zufrieden?

Das ist gut gelaufen, die meisten Maßnahmen sind abgeschlossen. Derzeit wird noch die Bergstraße in Stand gesetzt. Finanziell am aufwendigsten waren die Arbeiten unter und auf der Hauptstraße. Wir gehen davon aus, dass die Entwässerung im Ernstfall, also bei lang anhaltendem Regen, auch funktioniert.

Die Erneuerungsarbeiten an den Gewässern zweiter Ordnung, also an den Bächen und Zuläufen, für die die Stadt Glauchau zuständig ist, sind das Eine. Die Gewässer müssen auch gepflegt werden.

Die Pflege ist wichtig. Aber dafür, denke ich, hat die Stadt zu wenig Geld im Haushalt eingeplant. Das könnte zum Problem werden.

Apropos Geld. Die Ortschaften bekommen von der Stadt pro Einwohner und Jahr fünf Euro zur eigenen Verfügung. Wie geht Niederlungwitz mit dem Budget um?

Unser Budget für das Jahr 2019 fließt komplett in den Kindergarten. Dort muss der Sanitärbereich für die Kleinkinder erneuert werden. Der Trägerverein bekommt zwar Fördermittel, aber aus dem Budget können die Eigenmittel sichergestellt werden. Für das Jahr 2020 ist vorgesehen, die Hälfte des Budgets für die Kita auszugeben. Die Kita und die Grundschule sind für das Dorfleben sehr wichtig.

Das trifft sicherlich auch auf die Kirche zu.

Wir planen im Bereich der Kirche und des Gemeindehauses einen Dorfplatz mit Parkplätzen, Sitzgelegenheiten und Begrünung. Da ist ja der historische Dorfkern. Mithilfe von Fördermitteln für den ländlichen Raum, Leader, erneuert die Kirchgemeinde die Zufahrt zum Friedhof und die Mauer. Ein Problem jedoch bleibt die Trauerhalle.

Worin besteht das Problem?

Wir haben versucht, über das Förderprogramm Leader die Halle zu sanieren. Das funktioniert aber nicht. Das Gebäude hat einen Riss. Ein Gutachten ist notwendig, um erst einmal herauszufinden, wie viel Geld für eine notwendige Sanierung nötig sein wird. Wie das ausgeht, wissen wir noch nicht.

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