Breitbandausbau: Optimismus in Glauchau gedämpft

Interessenten für den bevorstehenden Ausbau gibt es. Doch auf einen konkreten Termin des Baubeginns lässt sich keiner mehr festnageln.

Glauchau.

Theoretisch ist alles klar. Die Bewohner in den mit schnellem Internet unterversorgten Bereichen der Stadt Glauchau sollen bald schnell im weltweiten Netz surfen können, große Datenmengen in kurzer Zeit herunterladen können. Zu diesen unterversorgten Bereichen - sie haben eine Datenübertragungsrate von weniger als 30 Mbit pro Sekunde - zählen vor allem Voigtlaide, Rothenbach, Jerisau und Teile der Glauchauer Oberstadt. Und auch die Finanzierung ist im Grunde geklärt. Im Entwurf des Doppelhaushalts 2019/20 stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung, bereitgestellt vom Bund und dem Freistaat Sachsen. Trotzdem will sich derzeit niemand auf einen Zeitpunkt festnageln lassen, wann der Breitbandausbau in Glauchau nun beginnt.

Nach den Worten von Fachbereichsleiter Gunnar Heerdegen gibt es auf die Ausschreibung der Stadt vier Interessenten. Die hätten nun bis zum 21. Dezember Zeit, ihre konkreten Angebote einzureichen. Danach werden sie laut Heerdegen mit Unterstützung eines Fachplanungsbüros begutachtet und ausgewertet. "Wir erwarten insgesamt acht Angebote", sagte Heerdegen den Stadträten auf die Anfrage von Andreas Salzwedel (Linke). Die Zahl komme zustande, weil die Stadt in zwei Losen ausgeschrieben habe. Eins betrifft den Gewerbestandort Nordwest, das andere die übrigen unterversorgten Bereiche der Stadt. Ein Baubeginn könne nach vorsichtigen Schätzungen frühestens im Sommer erfolgen. Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) dämpfte jedoch die Erwartungen. Der Zeitpunkt des Startschusses hänge von den Kapazitäten der Baufirmen ab. Und die seien angesichts der Lage im Bausektor begrenzt.

"Ich sehe auch noch andere Probleme", sagte der CDU-Stadtrat Andreas Winkler und meinte die Prioritäten. "Was kommt zuerst an die Reihe, das Gewerbegebiet oder die Wohnbereiche?", fragte er. Eigentlich sollte der Breitbandausbau in Voigtlaide beginnen, fügte er hinzu. Winkler ist auch Ortsvorsteher von Wernsdorf und beschäftigt sich seit mehr als sechs Jahren mit dem schnellen Internet für seinen Ortsteil, zu dem auch Voigtlaide gehört. Jetzt spüre er Druck seitens der Einwohner, die Ergebnisse sehen wollen.

Dabei hat es in Glauchau bereits eine Phase des Internet-Ausbaus gegeben. In den Jahren 2015/16 hatte die Telekom in das Glasfasernetz einen sechsstelligen Betrag investiert, um die Stadt mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Das Ergebnis stellte sich nach der später erfolgten Zustandsanalyse des Münchener Planungsbüros so dar: Diese Größe von 100 Megabit pro Sekunde liegt nur in wenigen Bereichen der Stadt an. Die meisten Haushalte verfügen über Übertragungsraten, die zwischen 16 und 50 Megabit liegen, das ist zwar immer noch schnell, wird aber den wachsenden Ansprüchen in den nächsten Jahren nicht mehr genügen.

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