Brennende Elektro-Autos lassen sich nur schwer löschen

Die Feuerwehren im Landkreis sind zwar auf Löscheinsätze bei E-Mobilen vorbereitet, aber die Einsätze dauern länger und erhöhen den Wasserverbrauch enorm.

Zwickau/Glauchau.

Das Interesse der Bewohner des Landkreises Zwickau beim Kauf von Elektrofahrzeugen hält sich derzeit noch in engen Grenzen. Noch nicht einmal 400 E-Mobile sind zugelassen. Die Gründe für die Zurückhaltung liegen hauptsächlich an fehlenden Stromtankstellen, der im Vergleich zu herkömmlichen Autos geringen Kilometerleistung und schließlich auch am Preis.

Die Brandgefahr bei E-Autos hat hingegen offenbar noch niemanden vom Kauf abgehalten. Dabei soll die Gefahr, dass der E-Flitzer in Flammen aufgeht, gering sein, wenn man den Herstellern glauben will. Unisono betonen diese, dass ihre Fahrzeuge so konstruiert sind, dass Brände weitgehend ausgeschlossen sind. Eine Garantie dafür gibt allerdings keiner der Hersteller.

Wegen der geringen Verbreitung von E-Mobilen dürfte auch die Zahl der Brandfälle bilsang noch sehr gering sein, wie Experten vermuten. Dabei sind brennende mit Strom betriebene Fahrzeuge auch für die Feuerwehren Neuland. Immerhin besteht dabei für die Brandbekämpfer nicht mehr nur die Gefahr von Verbrennungen oder Rauchgasvergiftungen, sondern auch die von Stromschlägen.

Eine besondere Herausforderung stellt das Löschen brennender E-Autos für die Feuerwehren des Landkreises offenbar nicht dar, wie Kreisbrandmeister Alexander Löchel aus Glauchau sagte. "Ob es sich bei dem brennenden Fahrzeug um ein Elektroauto handelt oder nicht, spielt bei den ersten Maßnahmen keine Rolle", sagte Löchel. Da die persönliche Schutzausrüstung inklusive Atemschutztechnik bei der unmittelbaren Brandbekämpfung sowieso immer zu tragen ist, ist der Schutz der Kameraden gewährt. "Wichtig ist das Erkennen, dass es sich bei dem brennenden Auto um ein Elektroauto handelt", sagte der Leiter der Zwickauer Berufsfeuerwehr, Heinrich Günnel.

Allerdings besteht beim Löschen von Elektroautos ein erheblicher Mehraufwand, wie Alexander Löchel sagte. Das liegt daran, dass die Batterien bei den meisten E-Mobilen im Fahrzeugboden eingebaut sind. "Da ist es für uns wesentlich schwerer ranzukommen", sagte der Kreisbrandmeister. Das sei aber unbedingt erforderlich, um die Batterien unter die Zündtemperatur zu kühlen. "Das führt außerdem zu einem enormen Wasserverbrauch", sagte er. 11.000 Liter Wasser sind dazu nach Herstellerangaben bei einem Tesla Model S notwendig. Ein Löschfahrzeug führt in der Regel maximal 2000 Liter Wasser mit. Bisher ist zudem nicht klar, wie eine brennende Batterie endgültig gelöscht werden kann. "Brennende Lithium-Ionen-Akkus lassen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht vollständig löschen", sagte der Kreisbrandmeister. Ein Akku im Auto besteht aus Hunderten von einzelnen Batteriezellen. Wird eine beschädigt, dann folgen in einer Art Kettenreaktion permanent elektrische Kurzschlüsse, die das Feuer ständig von Neuem entfachen. Da hilft nur dauerhaftes Kühlen. Das jedoch kann stundenlang dauern, was die Einsätze der Wehren deutlich verlängern dürfte. Außerdem, so macht Löchel deutlich, ist ein brennendes Elektroauto in jedem Fall ein Totalverlust für den Besitzer.

Trotz der Schutzausrüstung ist das Löschen von E-Autos auch für die Feuerwehrleute nicht ganz ungefährlich. Vor allem, wenn die in das Fahrzeug serienmäßig eingebaute Sicherheitstechnik versagt und bei einem Aufprall das Hochvoltsystem nicht vom Rest des Autos getrennt wird, können Elektrolyte austreten, Lichtbogen entstehen oder die Karosserie unter Strom stehen. In diesen Fällen gilt dasselbe wie bei Elektroverteilern, die an nahezu jeder Straßenecke stehen: Abstand halten und aus der Entfernung Löschmaßnahmen einleiten.

Mit der vorhandenen technischen Ausstattung in Verbindung mit der richtigen Einsatztaktik sieht Löchel die Wehren im Landkreis gut ausgerüstet. Das sieht auch Heinrich Günnel so: "Bei der Ausstattung muss man nichts ändern", sagte er. Wichtig sei die entsprechende Fortbildung und das Erkennen der jeweiligen Gefahrensituation. "Schon in der Grundausbildung lernen die Kameraden, welche Sicherheitsabstände bei der Brandbekämpfung von unter Spannung stehenden Anlagen zu beachten sind."

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