Damit's zwischen Eltern, Schülern und Lehrern gut läuft

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Heiko Wielsch. Der Elternratsvorsitzende vermittelt zwischen Eltern und Schülern in der Achatschule St.Egidien. Gut investierte Zeit, wie er findet.

St. Egidien.

Wenn man Job und Familie gut unter den sprichwörtlichen Hut bringt und das Gefühl hat, dass man einfach etwas Gutes tun sollte, kommt man durchaus ins Grübeln. "Was kann ich geben? Womit kann ich helfen?" Fragen, die bei Heiko Wielsch mit 47 Jahren im Kopf schwirrten. Familie ist für ihn das Wichtigste überhaupt neben seinem Job als CNC-Programmierer.

Der gebürtige Lichtensteiner, dessen Gedanken sich vor allem auch um seine elfjährige Tochter Sue-Ann drehen, nahm bereits rege am Schulgeschehen teil. Mit dem Wechsel von der Grundschule in die Achatschule St. Egidien übernahm er bereits das Amt des Elternsprechers der 5. Klasse. "Das Vertrauen der Eltern war da, wir kannten uns bereits von früher. Ich habe diese Position einfach gern angenommen." Zu Beginn des letzten Schuljahres musste der Platz des Elternratsvorsitzenden der Schule neu besetzt werden, da die ehemalige Vorsitzende mit dem Quereinstieg ins Lehrwesen nun die andere Seite vertritt. "Natürlich erkundigte ich mich zuvor, welche Aufgaben auf mich zukommen. Wenn ich diese Position für mich in Betracht ziehe, dann packe ich das richtig an. Mir ist durchaus bewusst gewesen, dass ich ehrenamtlich für die Schule arbeiten werde und dafür auch Zeit investiert werden muss." Auch Ehefrau Christin gab grünes Licht. "Wir sprechen uns bei allem ab, und ich fand es richtig gut, dass er sich zur Wahl stellte. Auch wenn unsere Tochter nicht so begeistert ist und war." Nachdem die Abstimmung unter allen Elternsprechern und deren Stellvertretern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn für Wielsch stimmten, übernahm der Familienvater die Aufgaben seiner Vorgängerin. "Es gab bereits einen Hefter mit den aktuellen Vorhaben der Schule und den Wünschen unserer Schüler. Darunter fiel auch das Projekt, ein kleines Bushäuschen vor der Schule errichten zu lassen, einen Mopedparkplatz zu bauen und sich um eine neue Grillplatzüberdachung zu kümmern." Ständiger Kontakt zur Direktorin, telefonisch oder per E-Mail, begleiten Wielsch mit organisatorischen Dingen nun an etwa fünf Stunden pro Woche. Auch das Vermitteln zwischen Eltern und Lehrern hat Wielsch zur Aufgabe. "Es ist erstaunlich, wie wenig manche Eltern vom Schulalltag ihrer Kinder wissen. Mir kommt es so vor, als geben sie den Erziehungsauftrag einfach in die Hände der Schule. Oftmals sind die Eltern erschrocken, wenn sie in den Sprechstunden erfahren, was ihre Schützlinge angestellt haben. Aber manchmal ist die Sprache zwischen Pädagogen und Eltern auch verschieden. Dann bin ich da. Dabei zählt nicht als Erstes meine Meinung, die sage ich nur, wenn sie ausdrücklich erwünscht ist." Dafür kann man Telefontermine wahrnehmen, was durchaus nicht als Misstrauen dem Kind gegenüber verstanden werden sollte. Probleme sieht der Vater auch im Umgang mit elektronischen Medien. "Das Internet weiß teilweise mehr über unsere Kinder, als manchem Erziehungsberechtigtem lieb ist", sagt Wielsch. Viel besser findet es Wielsch, wenn die Kinder aktiv in Projekten mitarbeiten. Beim Spendenlauf im April zum Beispiel war sein anfängliches Herzklopfen im Nachhinein völlig unberechtigt. "Alle Schüler durften gesponserte Sportplatzrunden für den Bau unserer Grillüberdachung laufen. Die Begeisterung über diese sportliche Maßnahme hielt sich vorerst in Grenzen, doch am Tag selbst lief alles wie geschmiert, die zu erwartende Summe wurde um ein Vielfaches getoppt, und es hat allen Spaß gemacht." Dass alle an einem Strang ziehen, sieht Wielsch als große Aufgabe. Aber nicht immer ist für den Elternratschef alles im Grünen Bereich: Themen wie Gewalt in der Familie oder Kinder, die sich selbst verletzen, bringen ihn an seine Grenzen, er holt sich deshalb auch Rat bei Fachleuten. Für Wielsch steht das Wohlbefinden und beste Bildung der Schüler im Vordergrund, gute Kommunikation zwischen Lehrerkollegium und Eltern ist dabei wichtig. Übrigens, an den Plan, einen Unterstand an der Bushaltestelle errichten zu lassen, kann Heiko Wielsch bereits einen Haken machen. "Ich bin dankbar für die große Unterstützung seitens der Eltern und von allen, die uns helfen. Es wird etwas bewegt, für unsere Kinder, für unsere Zukunft."


Wie Eltern im Schulalltag mitwirken

Eltern haben bereits im Grundschulalter die Möglichkeit, aktiv zum Schulleben der Kinder beizutragen. Zu Beginn des Schuljahres wird der Elternsprecher und sein Stellvertreter gewählt. Es gilt, Elternabende zu organisieren, Telefon-und Adresslisten zu erstellen, bei Problemen zu vermitteln. Wird ein freiwilliges Zusammensein erwünscht, kann man Elternstammtische ausrichten.

Die Vertretung der Eltern an der Schule wird als Elternbeirat/Elternrat/Elternausschuss bezeichnet. Die Aufgaben sind im Schulgesetz der einzelnen Bundesländer verankert. Hierzu zählen Teilnahmen an Konferenzen, zwischen Eltern und Lehrern zu vermitteln, aber auch Mitsprache zu haben bei der Verwendung von Lehrmitteln, Veränderungen des Lehrplans oder der Einführung unterrichtsfreier Tage. Elternratsvorsitzende nehmen an Schulkonferenzen und Kreiselternratsversammlungen teil. (nicos)

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