Der "Häuslebauer" von Glauchau

Der 79-Jährige Georg Leistner aus Glauchau lässt aus alten Holzstücken ganze Häuserzeilen entstehen.

Glauchau.

Georg Leistners kreative Holzarbeiten fanden am Wochenende auf der Schlossweihnacht in Waldenburg wieder Bewunderung unter den Besuchern. Der 79-jährige Glauchauer fertigt aus Holzstücken kleine Häuser, Glockentürme und Burgenansichten.

Das Rohmaterial findet der Rentner auf seinen Reisen, auf Spaziergängen oder in Abrisshäusern. "Ein Freund von mir ist Architekt. Der sagt mir ab und zu mal Bescheid, wenn es etwas aus einem alten Haus zu holen gibt. Auch mein Holzhändler von nebenan überlässt mir des Öfteren das ein oder andere Stück", sagt der ehemalige Mathe-, Physik- und Astronomielehrer.

Besonders interessieren ihn Stücke, an denen der Zahn der Zeit nagte, beispielsweise Spuren von Holzwürmer oder Risse. "Ich mag Hölzer mit einer markanten Holzstruktur. Das zeugt für mich von einer Vergangenheit", sagt er. Angefangen hat Leistners Leidenschaft vor etwa 14Jahren. "Meine Frau hatte so etwas ähnliches bei einem gemeinsamen Bummel auf der Krämerbrücke in Erfurt entdeckt. Nachdem ich ein Haus für meine Frau angefertigt habe, bekam ich immer mehr Anfragen von Freunden. Später hat sich das dann zu einer Art Rentnerhobby entwickelt", sagt der Westsachse, der sich im Keller eine kleine Werkstatt eingerichtet hat. Nebenbei schreibt Leistner auch seit 50 Jahren Büttenreden für den Glauchauer Carnevalclub.

Seine kleinen Einzelstücke aus Holz - einige lassen sich auch zu einer Häusersilhouette zusammensetzen - hat er schon mehrfach auf dem Holzkunstmarkt im Daetz-Centrum in Lichtenstein und auf der Schlossweihnacht in Waldenburg präsentiert. Dort stoßen Leistners Arbeiten auf reichlich Zuspruch. Annegret Riedel aus Chemnitz kaufte am Wochenende ihr siebentes Haus. "Wir kommen seit einigen Jahren immer zur Schlossweihnacht nach Waldenburg. Und jedes Jahr machen wir Halt an seinem Stand. Die Häuser gefallen mir wegen ihrem rustikalen Aussehen. Je nach Jahreszeit dekoriere ich sie in meiner Wohnung um", sagt die Chemnitzerin. Trotz der Beliebtheit bleiben die handwerklichen Arbeiten für Leistner eine Freizeitbeschäftigung: "Ich mache das aus Spaß an der Freude", sagt der Hobbykünstler.

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