Einkaufen bis in die Puppen

Die Nachtschwärmer sind bei der "Sternennacht" in Glauchau erneut auf ihre Kosten gekommen. Der Mix aus Unterhaltung und Shoppingerlebnis zieht - auch wenn es diesmal ein paar Besucher weniger gewesen sein könnten.

Glauchau.

Paul Häusler hat vor dem Laden "Windlicht", der von seiner Mutter betrieben wird, mehr als 50Tassen Glühwein verkauft. Und Jörg Ludwig und Steve Stößel brachten mehr als 200 Roster und etwa 100 Steaks am Stand auf dem Glauchauer Marktplatz unter die Leute. "Wir sind zufrieden", fasste Stößel zusammen. Der junge Mann hatte allerdings das Gefühl, dass zur langen Einkaufsnacht am Freitagabend weniger Besucher gekommen waren als sonst. Wie viele Gäste genau bei dem Spektakel vorbeischauten, das seit Jahren im Frühjahr und Herbst unter dem Titel "Sternennacht" stattfindet, kann keiner sagen. Denn: Es werden keine Eintrittskarten verkauft.

Dass die 23. Auflage den Besuchern dennoch gefiel, daran scheint es offenbar keinen Zweifel zu geben. "Was die Kleinstadt auf die Beine gestellt hat, ist bemerkenswert. Mir gefiel vor allem die Livemusik an den unterschiedlichen Orten", sagte eine junge Frau. So hatte sich wie schon in den Jahren zuvor im Ratshof Jochen Häusler, Ehemann der "Windlicht"-Chefin Marzella Häusler, mit seiner Konzert-Gitarre einen Platz gesucht. "Für das Image unserer Stadt sind solche Aktionen sehr wichtig. Sie zeigen auch, dass die Händler nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten", sagte Marzella Häusler.

Das kann Astrid Modrack, Leiterin der Glauchauer Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dick unterstreichen. "Wir unterstützen die Händler intensiv bei der Planung und Vorbereitung der Aktion", sagte sie. Sie ist wie die Händler davon überzeugt, dass solche Veranstaltungen nicht ohne Folgen bleiben. "Ich denke schon, dass viele Einwohner inzwischen wissen, wie die innerstädtischen Händler und Gewerbetreibenden zur Lebendigkeit der Kommune beitragen", sagte Modrack. Laut Andreas Weber, Vorsitzender der Glauchauer Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe, hat sich die "Sternennacht" zu einer "guten Tradition" entwickelt.

Das zeigt sich auch im Programm des Abends, das von Mal zu Mal bunter wird. So herrschte Trubel in vielen Teilen der Innenstadt; vor allem zwischen Leipziger Straße und Markt bummelten viele Nachtschwärmer. Zwar beteiligten sich nicht alle Geschäfte, sodass manche Tür geschlossen blieb, doch Langeweile kam trotzdem nicht auf.

So feierte Barth Optik am Markt sein 25-jähriges Bestehen. Während es im Laden Leckereien und Sonderangebote gab, sorgten draußen sangesfreudige Nonnen für Unterhaltung. Die Geschichte orientierte sich am US-Streifen "Sister Act - Eine himmlische Karriere" und wurde vom Neuwürschnitzer Karnevalsverein präsentiert. Eine friedliche Einkaufsnacht, bilanzierte Rathausmitarbeiter Marcus Steinhart, der ebenfalls seine Runden drehte. "Es gab keine Zwischenfälle", sagte er. (mit mpf)

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...