Fantastisches aus Meerane

Frank Haubold hat zwei druckfrische Bücher veröffentlicht. Sein Metier ist Science-Fiction. Und diesem Genre kann er sich inzwischen mehr widmen als vorher.

Meerane.

Zeit zum Schreiben hat Frank W. Haubold eigentlich genug. Seit diesem Sommer ist der 63-Jährige in Rente. In den vergangenen Jahrzehnten war er zunächst als Medizintechniker, später in der EDV-Abteilung und zuletzt als Controller im Glauchauer Klinikum tätig - und hat dennoch zahlreiche Kurzgeschichten, Novellen und sogar Romane veröffentlicht. Allein elf Buchausgaben seit Ende der 1990er-Jahren. Vergangenem Freitag ist diese Liste um zwei Bücher länger geworden: "Gesänge der Nacht: Geschichten von Liebe und Tod" und "Jenseits der Dunkelheit".

Nun, als frisch gebackener Pensionär, könnte man doch mit dem Schreiben so richtig loslegen, oder? "Ich glaube, dazu fehlt mir derzeit noch die Disziplin", sagt Haubold in seinem Arbeitszimmer in Waldsachsen. Der Schreibtisch mit dem Computer wirkt ordentlich aufgeräumt, auf dem Sofa liegt eine Gitarre, das Bücherregal mit vielen seiner Werken ist gut gefüllt. "An die viele freie Zeit muss ich mich noch gewöhnen. Vorher hatte ich eine klare Tagesstruktur."

Haubold hat schon als junger Mann in den 1970er-Jahren begonnen, Geschichten zu schreiben. "An Veröffentlichungen war damals aber nicht zu denken", sagt er. "Das war erst nach der Wende möglich, als man sich frei einen Verlag suchen konnte." Das wiederum war auch alles andere als leicht. Einen ganzen Ordner voller Absagen habe er aus dieser Zeit. Heute immerhin kann er auf zahlreiche Publikationen mit seinem Namen blicken.

Seine bevorzugten Genres: Science-Fiction und Fantastik. Spannend, klar. "Aber für die Bezeichnung Horror sind meine Geschichten nicht blutig genug", so Haubold. "Ich mag es etwas subtiler." Ein Thema, das ihn besonders interessiert: künstliche Intelligenz. Dabei geht es dem studierten Informatiker weniger um technische Aspekte. "Mich beschäftigt vielmehr, welche Konflikte dabei entstehen, wenn Maschinen eines Tages ein eigenes Bewusstsein haben und ihre Interessen durchsetzen." Szenarien dazu sind in seinen Büchern zu lesen. Darunter auch in der Roman-Trilogie Götterdämmerung. Für seine Bücher erhielt er mehrere Preise, einige wurden sogar in andere Sprachen übersetzt. In der Science-Fiction-Szene hat sich Frank Haubold einen Namen gemacht, für Anthologien und Zeitschriften ist er als Autor gefragt. Nur reich ist er damit nicht geworden. "Wenn man sich die Tantiemen ansieht, die man für Veröffentlichungen erhält ...", sagt er und setzt einen ernüchternden Blick auf. Von seiner Roman-Trilogie seien trotz guter Kritiken insgesamt nur etwa 1000 Stück verkauft worden.

Eine mögliche Fortsetzung seiner Trilogie wurde vom Verlag vorerst abgelehnt. Haubold: "Das muss man akzeptieren." Er habe einige Freunde, die vom Schreiben ihrer Geschichten leben. "Aber das ist zum Teil auf Hartz-4-Niveau." Existenzängste immerhin braucht Haubold nicht zu haben. So schreibt es sich vielleicht auch besser. Und Auflagenzahl hin oder her: "Ein Buch steht als Werk auch für sich", so der Autor. Dass sein Neuling "Gesänge der Nacht" im Hardcover gedruckt wurde, macht ihn ein wenig stolz. Auch die Illustrationen sind von ihm.

Neue Ideen hat er schon. Wann ein neues Buch von ihm erscheint, kann er aber noch nicht sagen. Zeit zum Schreiben hat er ja jetzt.

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