Fußgängerzone bleibt für Autos offen

Nach der Sanierung der Kleinen Hoffnung in Glauchau kann die Straße wegen eines maroden Hauses nicht frei gegeben werden. Doch der Abriss gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Glauchau.

Passanten in der Glauchauer Fußgängerzone müssen auch weiterhin auf der Hut sein. Denn die Ausnahmeregelung, dass dort Autos im Schritttempo durchfahren können, bleibt wohl bis Jahresende bestehen. Hintergrund ist, dass die Kleine Hoffnung, die die Stadt sanieren ließ, weiter aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben wird, nämlich so lange, bis das Haus Hoffnung 96 abgerissen ist. Und das kann dauern. Die Fußgängerzone bleibt auf längere Sicht die einzige Zufahrt zum Markt und Rathaus aus nördlicher Richtung. "Das ist unumgänglich", teilt die Stadt Glauchau auf Anfrage mit. Doch wann dieses marode Haus an der Hoffnung abgerissen und die Straße, die Ende Juni fertig gestellt wurde, frei gegeben und die Fußgängerzone wider Fußgängerzone werden kann, ist noch offen. Ziel der Stadt sei es, noch in diesem Jahr mit dem Abriss zu beginnen.

Das Dilemma begann vor knapp Jahren. Der Stadtrat beschloss damals das Bauprogramm für die Sanierung der Kleinen Hoffnung und beauftragte die Stadt gleichzeitig, das Gebäude Hoffnung 96 zu kaufen und abzureißen. Während die Vorbereitungen für den Straßenbau problemlos liefen, im April 2017 kam der Bewilligungsbescheid über die Fördermittel mit der Maßgabe die Sanierung Ende 2018 abgeschlossen zu haben, hakte es beim Vorhaben, das Haus zu kaufen. Rathaussprecherin Bettina Seidel. "Die Stadt hatte gegenüber dem Eigentümer des Grundstücks bereits Forderungen und hat daraufhin ein Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet." Es sei abzusehen gewesen, dass der Eigentümer selbst das Haus nicht abreißt. Um in den Besitz der Immobilie zu kommen, habe die Stadt den Versteigerungstermin abwarten müssen. In der Zwischenzeit wurde das Straßenbauvorhaben von 2018 auf 2019 verschoben. Am 7. Februar war der Versteigerungstermin. Laut Stadt habe man erst im März mit den Planungen für den Anriss beginnen können. Die Ausschreibung werde nun vorbereitet und im September veröffentlicht.


Über Vor- und Nachteile der Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr, also ein Umwandlung in einen verkehrsberuhigte Bereich, wurde in Glauchau schon häufig diskutiert. Teile der Händlerschaft sprachen sich für den Autoverkehr aus, andere waren dagegen. Schließlich hatte sich der Stadtrat im Mai 2017 dafür ausgesprochen, die Fußgängerzone zu belassen. Doch das vom selben Gremium beschlossene Einzelhandels- und Zentrenkonzept empfiehlt einen verkehrsberuhigten Bereich an dieser Stelle.

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