Gewerbegebiet Meerane: Straßen Richtung VW-Werk sind zu eng

Die ersten angesiedelten Zulieferer für den neuen ID.3, der in Mosel produziert wird, arbeiten. Doch gibt es noch viel zu tun. Vor allem müssen die Bedingungen für den Verkehr verbessert werden.

Meerane.

Der Sitzhersteller Adient wird am Samstag offiziell eine neue Halle in Meerane eröffnen. Dabei handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um eine Produktionsstätte mit integrierter Logistik. Adient produziert die Sitze für den ID.3, das neue Elektrofahrzeug, das im Moseler VW-Werk vom Band rollen wird. Das erste Serienmodell ist bereits öffentlich präsentiert worden. In den Startlöchern stehen darüber hinaus SAS, der Produzent von Cockpit-Systemen und das weltweit tätige Unternehmen Leonie, das in Meerane Bordnetz-Systeme produziert. Nicht zu vergessen die Produktionsstätte für die Achsenfertigung von VW.

Auf dem neuen Gewerbegebiet an der B 93 wird es ernst. Meerane ist der Zulieferstandort für die Produktion von E-Fahrzeugen im VW-Werk Mosel. Bürgermeister Lothar Ungerer: "82 Prozent der Teile für den neuen ID.3 kommen aus Meerane." Innerhalb weniger Jahre ist das Territorium erschlossen, bebaut und vermarktet worden. Diesen Part hat Metawerk Meerane übernommen, ein privates Unternehmen. Für die Erschließung sorgt die öffentliche Hand, also der Freistaat Sachsen, der die neue S 288 durch das Gewerbegebiet baut. Für Strom, Wasser und Abwasser sorgen die entsprechenden Medienträger, also die Meeraner Stadtwerke, der Regionale Trinkwasserverband und der Abwasserzweckverband "Götzental".


"Die Arbeiten an der neuen Straße liegen voll im Zeitplan", sagte Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer den Stadträten. Doch alles ist noch längst nicht fertig. Die Anbindung der neuen S 288 an die B 93 ist erforderlich. Dafür gibt es laut Ungerer ein mit dem Freistaat abgestimmtes Verkehrsführungskonzept. Ziel sei es, den Verkehr zwischen Gewerbegebiet und VW-Werk Mosel so zu ermöglichen, dass das Just-in-Sequence-Konzept (reihenfolgegenaue Anlieferung der für die Fertigung einer Produktvariante benötigten Teile) reibungslos funktioniert. Die derzeitige Verkehrsführung werde künftig das Lkw-Aufkommen nicht verkraften. Die Brücke an der ehemaligen Autobahnmeisterei über die A 4 lasse einen Lkw-Gegenverkehr nicht zu. Der Abzweig vom Kreisverkehr am "Silbernen Pelikan" zur B 93 sei zu knapp bemessen. Mit der Anbindung der S 288 an die B 93 stehe für den Verkehr, der von Altenburg kommt und nach Crimmitschau fährt, eine bessere Verbindung zur Verfügung. Die Ortsdurchfahrt Gablenz würde dadurch entlastet.

Der Stadtrat von Meerane hat die mittlerweile 7. Änderung zum Bebauungsplan "Gewerbegebiet 93" beschlossen und damit die baurechtliche Grundlagen für die Anbindung der S 288 an die B 93 geschaffen. Diese Anbindung soll der Freistaat Sachsen bauen. Vorgesehen ist, vom nördlichen Ast des neuen Kreisverkehrs an der Gablenzer Straße die Anbindung an die B 93 in Richtung Zwickau zu schaffen. In der Gegenrichtung soll die Anbindung, die sich östlich der B 93 befinden wird, im Bereich des Industrieweges, gebaut werden. Wenn die Planungen bis dahin abgeschlossen sind und Geld bereitgestellt wird, könnte 2021 gebaut werden.

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