Glauchauer Geschäftsstelle der Arbeitsagentur gerät in Gefahr

Intern werden Pläne diskutiert, die Bundesagentur für Arbeit im Mittelzentrum zwischen Chemnitz und Zwickau zu schließen. Dagegen regt sich Widerstand.

Glauchau.

Vor drei Jahren zog das Jobcenter von Glauchau, Hoffnung 81 bis 83, nach Zwickau. Jetzt könnte der Glauchauer Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit das Gleiche drohen. Denn derzeit wird darüber diskutiert, ob die Glauchauer Geschäftsstelle an der Hoffnung 69 geschlossen werden soll. Für die Kunden aus der Region Glauchau, Meerane und Waldenburg würde dies unter Umständen weitere Wege bedeuten.

Auf Anfrage der "Freien Presse" teilt die Agentur für Arbeit in Zwickau mit, dass bezüglich der Geschäftsstelle Glauchau aktuell noch keine Entscheidung gefallen sei. Zurzeit würden interne Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse laufen, die noch nicht endgültig abgeschlossen sind. Position bezieht jedoch die alternierende, also wechselnde Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der Bundesagentur Zwickau, Sabine Zimmermann. Die Bundestagabgeordnete für die Linken meint: "Die Geschäftsstelle in Glauchau muss bleiben." Im ländlichen Bereich sei es besonders wichtig, dass Behörden vor Ort erreichbar sind, erst recht eine so wichtige Bundesbehörde wie die Arbeitsagentur. "Weite Wege kosten Zeit, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man nicht so schnell und flexibel wie in einer großen Stadt", sagt Zimmermann weiter. Außerdem stehe die Bundesagentur für Arbeit finanziell sehr gut da. Es gebe aus ihrer Sicht keinen Sparzwang. Darüber hinaus stehe ein konjunktureller Abschwung bevor, der die Steigerung der Erwerbslosigkeit zur Folge haben könnte. In dieser Situation sei es unverantwortlich, die Geschäftsstelle in Glauchau zu schließen.

In jeder Agentur für Arbeit gibt es einen Verwaltungsausschuss. Er fungiert als Aufsichts- und Beratungsorgan der Geschäftsführung der Agentur. Das Gremium ist zu je einem Drittel mit Vertretern von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und der öffentlichen Körperschaften besetzt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber will sich derzeit nicht zu den konkreten Plänen der Zwickauer Arbeitsagentur äußern, da es sich um interne Abstimmungen handelt, die derzeit laufen. "Für mich als Bundestagsabgeordneter und Haushälter ist primär wichtig, dass die Bundesagentur für Arbeit in ihrem operativen Geschäft die Kriterien zum Betrieb von Geschäftsstellen, welche wir als Bund klar definiert haben, einhält", sagt Körber. Zu diesen Kriterien würden unter anderem zählen, dass es mindestens eine Geschäftsstelle pro Landkreis gibt und für die Kunden zumutbare Wege garantiert werden - maximal anderthalb Stunden An- und Abreise. "Nach meinem Kenntnisstand werden im vorliegenden Fall diese Kriterien klar übererfüllt", fügt Körber hinzu.

In der Kommunalpolitik regt sich Widerstand gegen mögliche Schließungspläne. Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) schrieb als Stadtoberhaupt von Meeraneund stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsausschusses der Bundesagentur für Arbeit eine Stellungnahme, in der er sich klar gegen die "beabsichtigte Auflösung der Geschäftsstelle Glauchau" ausspricht. Sie würde dem Landesentwicklungsplan widersprechen. Der bestimme Glauchau als Mittelzentrum mit Versorgungsfunktion für das Umland.

"Wir sind mit der Bundesagentur im Gespräch", sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Ziel der Stadt Glauchau sei es, das Angebot der Bundesagentur in Glauchau aufrechtzuerhalten, notfalls in Form einer Außenstelle, die in regelmäßigen Abständen für die Kunden öffnet.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    kugelfisch
    17.09.2019

    Es ist schon erstaunlich, dass die eventuelle Schließung der Agentur für Arbeit in Glauchau so öffentlich gemacht wird, dass die Geschäftsstelle Glauchau bleiben soll ist klar! Mich erstaunt nur, bei der Schließung des Jobcenters hat sich keine Stimme für einen Verbleib in Glauchau erhoben, Hartz IV- Empfänger haben eben doch keine Lobby. Es ist für viele nicht einfach zeitlich zum Termin zu kommen, da der ÖVN ja auch nicht so gut getaktet ist und dann noch ein Umsteigen in die Straßenbahn nötig ist, aber das ist nebenbei bemerkt.
    Von denen die solche Planungen erledigen ist ja keiner betroffen, sollte man sich doch nicht doch nicht mal vor solchen Entscheidungen im Sinne der Betroffenen Gedanken machen.



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