Kleine Tischlerfirma aus Remse zieht große Aufträge an Land

Die Firma Müller wirkt bei der Sanierung des Sportforums in Chemnitz mit. Es ist nicht ihr einziges namhaftes Projekt.

Remse.

Die Pläne zeigen das neue Funktionsgebäude im Chemnitzer Sportforum. Das wird gegenwärtig für etwa 18 Millionen Euro saniert. Das denkmalgeschützte Marathontor, der Rückbau der Zuschauertraversen und der Bau des neuen Gebäudes in der Südkurve gehören zu dieser Gesamtinvestition. Der Clou: Wenn alles fertig ist, wird der Olympiastützpunkt Sachsen seinen Sitz dort haben. Marko Müller kennt die Pläne. Der 27-Jährige ist der Geschäftsführer des Unternehmens Müller Interior, einer im Jahr 2019 gegründeten Schwesterfirma der in Remse alteingesessenen Tischlerei Müller. Das kleine Unternehmen zog im Sommer den Auftrag an Land, beim Sportforum-Projekt Türen und Fenster einzubauen. Kostenpunkt: Etwa 75.000 Euro.

Doch der Olympiastützpunkt ist nicht das einzige Großprojekt, an dem Müller beteiligt ist. "Auch beim Umbau des Aquariums im Leipziger Zoo sind wir dabei", sagt Seniorchef Lutz Müller. Überhaupt ist Leipzig für die Remser eine gute Adresse. "Wir arbeiten vornehmlich im öffentlichen Sektor. Die Stadt Leipzig und das dortige Studentenwerk gehören zu unseren Auftraggebern, ebenso der Sächsische Staatsbetrieb für Immobilien- und Baumanagement", sagt Markus Müller. Für das Leipziger Studentenwerk beispielsweise war Müller für die Inneneinrichtung der Cafeteria am Elsterbecken verantwortlich. Aber auch in Glauchau hat die Firma ihre Spuren hinterlassen, etwa in der Sachsenalleeschule oder im neuen Altenpflegeheim der Diakonie an der Wettiner Straße.

Doch wie schafft ein so kleines Unternehmen mit gerade mal fünf Leuten, so große Aufträge zu bewältigen? "Wir treten als Generalauftragnehmer auf", sagt Markus Müller. Er arbeitet mit zahlreichen Subunternehmen zusammen, die die Inneneinrichtungen herstellen und vor Ort montieren. "Wir handeln quasi mit den Baudienstleistungen", fügt er hinzu. Markus Müller studierte an der Studienakademie in Glauchau Baubetriebsmanagement, machte anschließend seinen Master und hing ein Dreivierteljahr an der Metropolitan University in Budapest dran. Heute lebt er mit seiner Freundin in Meerane. "Dass ich hier in Remse meine Firma gegründet habe, liegt an meiner Heimatverbundenheit", sagt er.

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