Konzert erinnert an einen fleißigen Orgelbauer

Seit 150 Jahren erklingt die Orgel in der Dorfkirche in Waldsachsen. Das Jubiläum wird mit verschiedenen Aktionen gefeiert.

Waldsachsen.

Stolze 53 Orgeln haben zwischen 1846 und 1887 die Werkstatt von Johann Gotthilf Bärmig in Werdau verlassen. "Das ist eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass der Bau einer Orgel damals zwischen 12 und 18 Monate gedauert hat und mit viel Handarbeit verbunden war", sagt der Meeraner Kantor Norbert Ranft-Knopfe und verweist auf die handwerkliche Qualität des Meisters: Auf 42 Bärmig-Orgeln in sächsischen Kirchen kann heute noch Musik gespielt werden.

Dazu gehört die "Königin der Instrumente" in der Dorfkirche im Meeraner Ortsteil Waldsachsen. Sie erklingt seit 150 Jahren. Das Orgel-Jubiläum wird am Sonntag mit verschiedenen Aktionen begangen. Mitglieder der Kirchgemeinde treffen sich 15.30 Uhr zum Kaffeetrinken im Gemeindehaus. 16.30 Uhr beginnt ein Vortrag. Dann rücken Johann Gotthilf Bärmig und die Orgel von Waldsachsen in den Mittelpunkt. "Wir können auch Fotos aus dem Innenleben der Orgel zeigen", sagt Norbert Ranft-Knopfe, der Kantor und Orgelsachverständiger in Personalunion ist. Der Tag klingt ab 18 Uhr mit einer Orgelvesper aus. Der Kirchenmusiker hat ein gemischtes Programm vorbereitet. Die Palette reicht von Werken aus dem 17. Jahrhundert bis zu Swing- und Jazztiteln aus der Gegenwart.

Die Bärmig-Orgel befindet sich seit 1868 in der Dorfkirche. Die Frage, wann sie geweiht wurde, kann Norbert Ranft-Knopfe nicht ganz genau beantworten. "Dazu fehlen Unterlagen", sagt er. Fest steht: 1900 gab es eine Erweiterung. Das Instrument verfügt über 14 Register und 650 Pfeifen - mit einer Länge zwischen zwölf Millimetern und 2,50 Metern. Die letzte große Instandsetzung der Orgel wurde 1999 durchgeführt. "Sie ist in einem sehr guten Zustand. Frühestens in zehn Jahren macht sich hier wieder einmal eine größere Aktion erforderlich", sagt Norbert Ranft-Knopfe.

Das Jubiläum soll auch genutzt werden, um an Johann Gotthilf Bärmig zu erinnern. Er wurde am 13. Mai 1815 in Werdau geboren und ist am 26. Oktober 1899 in seiner Heimatstadt gestorben. Weitere Bärmig-Orgeln befinden sich unter anderem in Gotteshäusern in Dennheritz, Langenchursdorf, Gesau und Gablenz.

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